Flöhe beim Hund - Vorbeugen, Erkennen, Bekämpfen

09.03.2019

Flohsaison ist eigentlich immer! Auch wenn man meint, dass die fiesen Blutsauger in den Sommermonaten besonders aktiv sind, auch bei kalten Temperaturen, ja sogar Minusgraden, kann dein Hund die ungeliebten Parasiten von der Gassirunde mit nach Hause bringen. Im folgenden Beitrag verraten wir dir, wie du den Flöhen vorbeugen und was du tun kannst, wenn dein Hund bereits befallen ist.

Beim Thema Flöhe ist jedem Hundehalter gut geraten, wenn er sich über die Vorbeugung Gedanken macht. Denn hat man die biestigen Blutsauger erst mal mit nach Hause gebracht, ist es gar nicht mehr so einfach, sie wieder loszuwerden. Schnell verteilen sie sich vom Hund in den Rest der Wohnung und vermehren sich rasend schnell. Nur ca. 5% der Flöhe leben auf dem Hund selbst, die restlichen 85% findest du in Teppichen, Hundebetten, Polstermöbeln oder im Auto in Form von erwachsenen Flöhen, Larven oder Puppen. 

So erkennst du, ob dein Hund Flöhe hat

Wenn du bemerkst, dass sich dein Hund vermehrt kratzt, sich stellenweise die Haut entzündet oder er Haarausfall hat, ist das meist ein untrügliches Zeichen dafür, dass er unter Flohbefall leidet. Je schlimmer der Befall, desto schlimmer ist der Juckreiz. 

Am besten ist es, wenn du täglich kurz Haut und Fell deines Hundes kontrollierst. Flöhe sitzen bevorzugt an geschützten Körperstellen, wie hinter den Ohren, an den Achseln oder am Bauch. Wenn du dort durch das Fell streifst siehst du sie vielleicht krabbeln oder hüpfen. Auch kleine rote Punkte, Bissverletzungen, oder schwarze Krümel im Fell können ein Hinweis auf Flohbefall sein. 

So kannst du Flohkot von Dreck unterscheiden: Kämme deinen Hund an den betreffenden Stellen mit einem Flohkamm. Die dunklen Krümel verteilst du auf einem feuchten Blatt Papier oder einem Taschentuch und zerdrückst sie dann. Flohkot hinterlässt rötliche Spuren auf dem weißen Papier, da er zum Großteil aus unverdautem Blut besteht. 

Je früher du die Anzeichen von Flohbefall bei deinem Hund entdeckst, desto größer sind deine Chancen, die Blutsauger schnell zu bekämpfen. Wenn sie sich erst einmal angesiedelt und ausgebreitet haben, kommst du oft um eine (mitunter mehrfache) chemische Behandlung deiner Wohnung nicht herum. 

Vorbeugen mit chemischen Parasitenmitteln

Zur Vorbeugung gegen Parasiten, wie Flöhe und Zecken bei Hunden gibt es zahlreiche Präparate auf dem Markt. Die bekanntesten darunter sind sicherlich die sogenannten Spot-Ons, die den Hund je nach Wirkstoff über mehrere Wochen gegen die Blutsauger immun machen. Da viele dieser Spot-Ons ihre Wirkung mittlerweile verloren haben, gibt es außerdem Kautabletten, die ebenfalls regelmäßig verabreicht werden müssen. 

Diese pharmazeutischen Mittel wirken oft gegen weitere Parasiten und sind daher für uns Hundehalter sehr praktisch. Jedoch wird durch die Wirkungsweise der Präparate, egal ob oral verabreicht oder auf die Haut aufgebracht, auch der Organismus deines Hundes angegriffen. Die Wirkstoffe gehen ins Blut und bleiben dort mindestens so lange, wie auf der Packung steht. Wird dein Hund nun von einem Floh gebissen, nimmt dieser durch das eingesaugte Blut den Wirkstoff auf und wird abgetötet. 

Viele Hunde reagieren mit Allergien auf die Wirkstoffe, bis hin zu ernstzunehmenden Erkrankungen. Deshalb solltest du dir Gedanken machen, ob du deinem Hund wirklich regelmäßig einen dieser Giftcocktails verabreichst. Eine konstante Anwendung, die den Wirkstoffgehalt im Blut aufrecht erhält, könnte auch später noch zu gesundheitlichen Problemen führen. Es gibt aber auch natürliche Formen der Flohabwehr. 

Vorbeugen mit natürlichen Mitteln

Mische jeweils fünf Tropfen Teebaumöl, Zitronellöl, Rosmarinöl, Pfefferminzöl und Eukalyptusöl mit einer Tasse Wasser und fülle das Ganze in eine Sprühflasche.

Es gibt auch verschiedene natürliche Mittel, die deinen Hund vor Flöhen schützen können. Sie sind meist etwas aufwendiger in der Handhabung, dafür brauchst du dir aber im Normalfall keine Sorgen um die Gesundheit deines Hundes und anderer Tiere in deinem Haushalt machen. Bei einigen Produkten musst du aufpassen, wenn auch Katzen bei dir leben, denn aufgrund der ätherischen Öle können diese gefährlich für die Samtpfoten werden. 

Für deinen Hund ist die Beigabe von Kokosfett zu seinen normalen Mahlzeiten sicher eine der einfachsten Alternativen. Auch Tabletten auf der Basis von B-Vitaminen können helfen, damit dein Hund für Blutsauger unattraktiv wird. Die o.g. Spot-Ons gibt es auch auf der Basis von Pflanzenextrakten und werden im Schulterbereich und am Schwanzansatz direkt auf die Haut gegeben und wirken dort bis zu 6 Stunden, je nach Präparat. Mit einer Kombination aus Futterzusätzen und pflanzlichen Spot-Ons kommen die meisten Hunde gut zurecht. 

Du kannst dir auch dein eigenes Flohmittel herstellen. Hier ein Rezept, das allerdings nur für Hunde ist und nicht in einem Haushalt verwendet werden sollte, in dem auch Katzen leben:

Mische jeweils fünf Tropfen Teebaumöl, Zitronellöl, Rosmarinöl, Pfefferminzöl und Eukalyptusöl mit einer Tasse Wasser und fülle das Ganze in eine Sprühflasche. Mit dieser Lösung kannst du deinen Hund vor der Gassirunde einsprühen. Vor Gebrauch gut schütteln!

Flohbekämpfung

Hast du trotz aller Abwehrmaßnahmen doch einmal Flöhe im Haus, ist schnelles Handeln gefragt. Je länger die Flöhe Zeit haben, sich zu vermehren, desto schwieriger wirst du sie wieder los. Und Flöhe vermehren sich wirklich rasant!

Zunächst solltest du deinen Hund baden. Im Handel gibt es spezielle Flohshampoos auf chemischer Basis, die deinem Hund allerdings gesundheitlich schaden könnten. Lauwarmes Seifenwasser reicht in der Regel aus, um die Flöhe auf dem Hund abzutöten. Außerdem solltest du deinen Hund täglich mit einem Flohkamm bürsten. Diesen kannst du hinterher ebenfalls mit Seifenwasser reinigen. 

Die Umgebung, wie z.B. das Hundebett, Teppiche, Polstermöbel und Matratzen solltest du täglich absaugen und nach Möglichkeit bei mindestens 60 Grad waschen. Auch Spielzeuge, Leinen, Hundedecken regelmäßig bei 60 Grad in die Waschmaschine geben oder alternativ für mindestens zehn Tage ins Gefrierfach legen. Wenn dein Hund im Auto mitfährt, darfst du auch das nicht vergessen, sonst fängt er sich dort beim nächsten Mal direkt wieder Flöhe ein. Und auch den Staubsaugerbeutel solltest du nach dem Saugen sofort entsorgen, denn dort können die Flöhe überleben und immer noch schlüpfen. 

Bei massivem Flohbefall helfen oft nur wahre Chemiekeulen, z.B. Fogger, mit denen du einen Raum ausnebeln kannst. Diese sind hochgiftig für Menschen und Tiere, daher solltest du den Raum 24 Stunden lang nicht betreten und ordentlich auslüften lassen. 

Folgen eines Flohbefalls

Bleibt der Flohbefall unbehandelt kann sich dies zu einem ernsthaften gesundheitlichen Problem für deinen Hund entwickeln. Häufig führt es dann aufgrund des Flohspeichels zu allergischen Reaktionen, die entzündliche Hautveränderungen mit Krustenbildung, Haarbruch oder Ekzemen verursachen können. Diese entstehen oft am Schwanzansatz, dem Rücken oder den Oberschenkeln und können auch schon von wenigen Bissen ausgelöst werden. 

Auch bakterielle Hauterkranken können von Flöhen hervorgerufen werden, z.B. die sogenannten "Hot-Spots", also eitrige und nässende Hautentzündungen, die teils sehr großflächig werden können. Wenn du so etwas bei deinem Hund feststellst, solltest du so schnell wie möglich mit ihm zu einem Tierarzt. Bei Welpen mit starkem Flohbefall kann es darüber hinaus zu Blutarmut kommen, wobei der Welpe bis zu 10% seines Blutes verlieren kann. 

Da sich dein Hund häufig kratzen und belecken wird, besteht außerdem die Gefahr, dass er einen Floh verschluckt. Diese sind oft Zwischenwirte für die Larven des Gurkenkernbandwurms, der sich im Magen und Darm deines Hundes zu einem echten Problem entwickeln kann.

Wir hoffen, wir konnten helfen und wünschen euch eine allzeit flohfreie Zeit.

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