Hund allein zu Hause - darauf musst du achten

12.01.2019

Auch wenn wir unsere Hunde am liebsten den ganzen Tag bei uns haben, ab und zu wird das nicht möglich sein und der geliebte Vierbeiner muss ein paar Stunden allein zu Hause bleiben. Ob es nun ein Arztbesuch, ein Ausflug ins Theater oder die tägliche Arbeit ist - unsere Hunde müssen auch mal alleine bleiben können. Leider macht das aber nicht jeder Hund problemlos mit. Was du tun kannst, um deinen Hund an das Alleinsein zu gewöhnen und die Wohnung zu sichern, damit er sich nicht verletzen kann, verraten wir dir im folgenden Beitrag.

Viele Hunde leiden unter massiven Trennungsängsten, wenn ihr geliebtes Herrchen und Frauchen nicht in der Nähe ist und zerlegen dann die Wohnung, räumen Mülleimer aus oder jaulen und bellen, so dass sich die Nachbarn beschweren. Oft merken wir Hundebesitzer aber auch gar nicht, dass unser Hund leidet, wenn er allein zu Hause ist. Doch mit ein wenig Training, Geduld und Verständnis kannst du deinem Hund beibringen, dass es nicht schlimm ist, wenn er zu Hause auf dich wartet.

Warum haben Hunde Probleme, wenn sie allein sind?

Für Hunde ist es nicht natürlich, ohne ihr Rudel zu sein. Das hat etwas mit Instinkt und dem Überleben zu tun, denn auf sich allein gestellt zu sein, bedeutet für den Hund, dass er allein für sein Überleben kämpfen muss. In einer Gruppe ist das einfacher. Deshalb ist der Anschluss an sein Rudel für deinen Hund praktisch überlebenswichtig. 

Auch wir Menschen machen es den Hunden nicht einfach. Mit großen Verabschiedungen verunsichern wir den Hund und viele von uns fühlen sich schlecht bei dem Gedanken, dass er nun ein paar Stunden allein bleiben muss. Der Hund versteht nicht, was los ist, auch wenn du ihm erklärst, dass du "gleich wieder da bist". Alles was der Hund weiß ist, dass du dich schlecht fühlst und dann plötzlich weg bist. Er wird auf seinen Platz geschickt, die Tür geht zu und er bleibt mit dieser Sorge um dich zurück. 

Dein Hund bleibt in diesem Zustand, in dem er sich nicht nur Sorgen um dich macht, sondern sich auch sehr einsam und verlassen fühlt. Er wird versuchen, dir zu folgen und vielleicht an der Tür kratzen oder dich durch Bellen und Jaulen zu rufen. Bei vielen Hunden stellt sich dann schnell Panik ein und sie kommen auf die merkwürdigsten Ideen, mit dem Stress umzugehen. Das kann nicht nur für deine Einrichtung, sondern auch für deinen Hund lebensgefährlich werden. Deshalb ist es wichtig, dass du das Alleinsein mit ihm übst. 

Bevor du mit dem Training beginnst

Das Wichtigste ist, egal, ob beim Training oder wenn du deinen Hund wirklich allein zu Hause lassen musst, dass er sich vorher austoben durfte und seine überschüssige Energie loswerden konnte. Daher solltest du mit ihm vorher eine große Runde Gassi gehen, ein actionreiches Spiel spielen oder ihn mental fördern, z.B. mit Nasenarbeit. Im Idealfall ist er dann müde und kann entspannt in seinem Hundebett warten, bis du wieder da bist.

Bevor du die Wohnung verlässt, solltest du alle gefährlichen Gegenstände wegräumen, so dass der Hund nicht heran kommt. Schaue dir deine Wohnung mit den Augen deines Hundes an. Was könnte reizvoll für ihn sein? Essbares, Dekorationen, Stromkabel... Das alles sind Dinge, die Hunde gern anknabbern oder fressen und die ihnen gefährlich werden könnten. Wenn du dir also nicht sicher bist, ob dein Hund alleine warten kann, räume solche Sachen lieber weg. 

Wichtig ist auch, eine Routine zu entwickeln, die automatisch abläuft, wenn dein Hund alleine zu Hause bleiben soll. So kann er sich darauf einstellen, was kommt und braucht sich keine Sorgen zu machen, weil er nicht weiß was los ist. 

Das Training zum Alleinsein

Nun kannst du natürlich nicht sofort deinen Hund stundenlang alleine lassen. Baue deshalb im Alltag kleine Trainingseinheiten von nur wenigen Minuten ein, in denen du deinen Hund zunächst allein im Zimmer lässt. Achte darauf, dass es nicht zu lange ist und du nicht im falschen Moment zurück kommst. Wenn dein Hund jault oder bellt, ist das ein falscher Moment. Denn wenn du ihn sozusagen belohnst dafür, dass er dich ruft, wird er nicht verstehen, dass er einfach ruhig und entspannt auf dich warten soll. Im Idealfall kommst du wieder rein, wenn dein Hund entspannt auf seinem Platz liegt. 

Es empfiehlt sich, am Anfang eine Kamera aufzustellen, damit du siehst, was dein Hund macht, wenn er alleine ist. So kannst du auch sicher gehen, dass du rechtzeitig wieder den Raum betrittst, bevor dein Hund unruhig wird oder Unfug macht. Liegt er ruhig auf seiner Decke und gibt keinen Ton von sich, kannst du zurückkommen und ihn ordentlich begrüßen und belohnen. Manche Hundetrainer empfehlen, den Hund bei der Begrüßung nicht zu beachten. Das soll dem Hund den Eindruck vermitteln, dass es ganz normal ist, eine Zeitlang alleine zu sein. Schaut man sich jedoch an, wie Hunde untereinander reagieren, wenn ein Rudelmitglied wieder zurück kommt, wird man feststellen, dass es dort durchaus fröhliche Begrüßungen gibt. Das solltest du also auch tun. 

Beginne mit dem Training, wenn dein Hund ausgepowert und zufrieden ist und lasse ihn anfangs nur ein oder zwei Minuten allein, bevor du wieder ins Zimmer kommst. So merkt er, dass es nicht schlimm ist, mal ein paar Minuten alleine zu sein und dass du auf jeden Fall wieder kommst. Nach und nach kannst du die Zeitabstände verlängern und irgendwann auch das Haus verlassen. Achte darauf, dass du nicht zu große Schritte machst und die Zeitspanne nicht zu lang wird. Damit machst du dir das Training wieder kaputt. Gib deinem Hund die Zeit, die er benötigt und bedenke, dass dies ein sehr wichtiges Training ist, dass für den Rest des Hundelebens Wirkung zeigt. 

Hilfsmittel im Training

Mittlerweile gibt es viele Produkte auf dem Markt, die dir bei dem Training zum Alleinsein helfen können. Das kann z.B. eine Kamera sein, die du aufstellst und sehen kannst, was dein Hund macht, wenn du nicht zu Hause bist. Hier lässt sich problematisches Verhalten oft viel besser analysieren und dann mit konkreten Schritten bearbeiten. 

Es kann deinem Hund auch helfen, wenn du ihm eine Hundebox zur Verfügung stellen kannst. Natürlich sollte er vorher daran gewöhnt sein und diese Box als Schlafstätte anerkennen. Viele Hunde können in einer Hundebox am besten entspannen und besonders im Training hast du den Vorteil, dass er eigentlich nichts Dummes anstellen kann. Natürlich ist das aber keine Lösung, wenn du ein paar Stunden unterwegs bist. Dann sollte der Hund mehr Bewegungsfreiheit haben, da du sonst Gefahr läufst, dass er die Hundebox negativ assoziiert. 

Vielen Hunden hilft es auch, wenn man ihnen Kauartikel gibt, die sie gemütlich knabbern können. Mit ein bisschen Glück bemerkt er dann gar nicht, dass du nicht da bist. Dabei sollte es sich allerdings um Kaustangen oder ähnliches handeln, also keine Spielzeuge. Hundespielzeuge sollten nie unbeaufsichtigt gegeben werden, da manche Hunde sie zerkauen und dann Teile verschlucken können. Wir wollen ja nicht, dass dein erster Gang zum Tierarzt ist, wenn du wieder nach Hause kommst.

Teile Deine Gedanken mit uns