Fährtenarbeit – immer auf der richtigen Spur

23.03.2019

Die Fährtenarbeit zählt zu den beliebtesten Outdoor-Aktivitäten für Mensch und Hund. Und auch Du und Dein Vierbeiner werdet bestimmt schnell auf den Geschmack kommen. Immerhin könnte das Motto „immer der Nase nach“ extra für Hunde erfunden worden sein.

Im Gegensatz zum Mantrailing suchen Hunde bei der Fährtenarbeit Gegenstände auf der Fährte und nicht nach dem Fährtenleger selbst. Auch dürfen sie mit der Nase nurdicht über dem Bodenbleiben. Das liegt daran, dass es bei dieser Form des Trainings für die Fellnasen vor allem darum geht, Bodenverletzungen genau zu untersuchen und zu interpretieren. Da Hunde aber quasi dafür gemacht sind, fällt es den meisten nicht schwer – ganz im Gegenteil. Mit dem richtigen Hintergrundwissen über Zubehör und Ablauf der Spurensuche wird diese Freizeitbeschäftigung euch beide fesseln. Garantiert!

Hunde bei der Fährtenarbeit – wer kann mitmachen?

Im Gegensatz zu manchen anderen Hundesportarten wie Agility oder Disc Dogging gibt es bei der Fährtenarbeit keine besonderen Anforderungen an die Muskel- oder Knochenkraft beziehungsweise Geschicklichkeit des Vierbeiners. Will heißen: Vom Prinzip her kann der noch ein bisschen tapsige Welpe genauso gut mitmachen wie der bereits ziemlich bedächtige, grauschnäuzige Senior mit 15 Jahren.

Weitere Vorteile beim Fährtenarbeit-Training: Da Du Deinen Liebling nicht ableinst, kann auch ein eher ängstlicher oder tendenziell aggressiverer Hund teilnehmen. Gleichzeitig sorgt diese Form der Freizeitbeschäftigung dafür, dass die positiven Eindrücke des Aufenthalts im Grünen überwiegen.

Zudem lernt der Hund, sich auf eine einzelne Aufgabe zu fokussieren. Dadurch rücken die Dinge, die ihn verängstigen oder aufbringen könnten, weit in den Hintergrund.

Wie Du siehst, sind das schon jede Menge Gründe, die für eine Fährtenarbeit als Beschäftigung an der frischen Luft sprechen. Und falls Dir das noch nicht genug sein sollte, sei versichert: Auch Du wirst in puncto Bewegung im Freien und Kreativität beim Vorbereiten der Fährten voll auf Deine Freizeitspaß-Kosten kommen. Immerhin stellt dieses Programm an Deine Fitness keine spezielleren Anforderungen als an Deinen Hund.

Welches Zubehör brauchst Du für die Fährtenarbeit?

  • Eine Schleppleinevon sieben bis zehn Metern Länge,
  • ein nur für diese Form der Arbeit gedachtes Geschirr,
  • ein für Fährtenarbeitengeeigneter Bodenund
  • einige Leckerlis, die Dein Hund ansonsten nicht erhält -

fertig ist das Zubehör für das Fährtenarbeit-Training.

So weit, so gut. Aber sicherlich fragst Du Dich jetzt, warum Du ein nur für diese Beschäftigung genutztes Geschirr kaufen solltest, oder? Zunächst einmal zum Geschirr: Ein Geschirr ist schon deshalb besser als ein Halsband, weil manche Hunde während der Suche sehr schwungvoll ziehen. Die Folgen könnten dann unangenehme Selbstverletzungen sein. Darüber hinaus weist ein komplett anderes Geschirr als das zum SpazierengehenDeinen Hund darauf hin, was Du mit ihm vor hast: Fährtenarbeit – mit Dir zusammen. Oder anders gesagt: Die beste, weil einzige Gelegenheit, eine Fährte zu suchen und ihr zu folgen. Alleine soll er das ja schließlich nicht tun ...

Davon abgesehen muss auch der Untergrund stimmen, damit Menschen wie Hunde bei der Fährtenarbeit Spaß haben und erfolgreich sind. Sobald ihr schon einige Erfahrungen gesammelt habt, darf die Spur länger und trickreicher werden, ganz klar. Allerdings ist es vor allem für tierische Anfänger schwierig, einer Spur zu folgen, wenn sie von unendlich vielen anderen Düften gekreuzt wird.

Aus diesem Grund bieten sich Untergründean (beispielsweise ein lichtes Waldstück oder eine größere Wiese), die nicht von unendlich vielen anderen Hunden betreten werden. Je „reiner“ der Boden, desto größer sind folglich die Chancen, dass Dein Fellbündel bei der Sache bleibt. Außerdem musst Du dann keine Angst haben, dass Dir das Auslegen von Leckerli fälschlicherweise als potenzielle Vergiftungsaktion ausgelegt wird. Nur für den Fall, dass Dein Hund etwas übersieht.

So funktioniert das Fährtenarbeit-Training

Ist aller Anfang wirklich so schwer?

Die korrekte Anleitung bei der Fährtenarbeit sieht wie folgt aus: Nicht zu viel auf einmal und eins nach dem anderen. Schließlich sorgt eine Überforderung bei Deiner Spürnase nur für das Verlieren der Laune und Aufmerksamkeit, weil sie kein Land schnuppert. Es reicht daher, wenn die ersten Fährten nur wenige Meter lang sind und lediglich geradeaus führen.

Der Startpunkt sollte sich – wie bereits beschrieben – in einem eher geruchsarmen Umfeld befinden. Hier bleibt Dein Hund auf dein Kommando. (Gegebenenfalls ist er auch angebunden oder bleibt dicht neben einer euch begleitenden Person). Anschließend gehst Du mit möglichst festen Fußtritten etwa zehn Meter weit, wobei Deine Füße klar sichtbare Spuren auf dem Boden oder im Grashinterlassen. Anfangs spricht nichts dagegen, wenn Dein Vierbeiner zusieht, wie Du die Spur legst – idealerweise ein Leckerli pro Fußabdruck.

Apropos Leckerli: Logischerweise ist ein etwas hungriger Hund motivierter als einer, der gerade dick und rund vom Fressen kommt. Um Deinen Hund besonders anzuspornen, lohnt sich ein Abzug der folgenden Leckerli-Ration von der vorherigen Mahlzeit. Dafür darf es sich dann durchaus um Luxus-Häppchen handeln, auf die er total scharf ist, im Alltag aber nicht ohne Weiteres bekommt.

Ist das Spurenlegen abgeschlossen, beginnt die eigentliche Fährtenarbeit: Dafür nimmst Du Dein Ende der Schleppleine und erteilst Deinem Liebling ein Startkommando, am besten „Such!“. Daraufhin wird er idealerweise bereits selbstständig am Boden nach den Leckerlis schnuppern, ihrem Geruch folgen und sich die tapfer verdienten Snacks nach Deiner Erlaubnis nehmen.

Eine korrekte Anleitung bei der Fährtenarbeit sieht darüber hinaus vor, dass der Hund die Spur ohne weitere Hilfen Deinerseits verfolgt. Wenn er also den geruchlichen Faden verliert, bleib' stehen, lass' die Leine so locker wie vorher und warte einfach ab, bis er die Spur von alleine wiederfindet. Selbstredend hat er sich für dieses Verhalten ein Extralob und eine Streicheleinheit verdient!

Geübte Spürnasen lieben neue Herausforderungen

Hat Dein Fellbündel Gefallen an der Fährtenarbeit gefunden und kommt er bereits gut mit längeren Spuren zurecht, kannst Du den Schwierigkeitsgrad erhöhen:

  • Größere Abständezwischen den Leckerli,
  • Spuren, die im Bogen verlaufen,
  • rechte Winkeloder
  • kreuzende Fährten, die ihn auf eine falsche Spur bringen wollen

Alles, was Dir einfällt und euch beiden Freude macht, ist erlaubt. Du musst lediglich daran denken, ihn langsam an zusätzliche Aufgaben heranzuführen und ihm nicht vorschnell zu helfen, wenn er für einen Moment planlos wirkt. Wetten, dass er auch von ganz alleine wieder auf die richtige Spur zurückfindet und sich die große Belohnung am Ende abholt?!

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