Was zeichnet eine gute Hundeschule aus?

09.02.2019

Du hast einen Hund, wahrscheinlich sogar einen Welpen an deiner Seite, der für das Alltagsleben fit gemacht werden soll? Eine gute Hundeschule mit kompetenten Hundetrainern unterstützt Dich und Deinen Liebling mit ihrem Wissen und dem dazu passenden Programm. Doch bevor es letztlich soweit ist und Du Dich für einen geeigneten Kurs anmeldest, musst Du erst einmal wissen, welche Kennzeichen für eine fachkundige Hundeschule sprechen. Hier ein Überblick über die vier wichtigsten Aspekte:

Warum überhaupt eine Hundeschule besuchen?

Je besser Dein Hund auf das Alltagsleben vorbereitet ist, desto mehr Spaß wird er mit Dir und seinem Leben haben. Dabei spielt das richtige Verhalten gegenüber Menschen und Artgenossen, aber auch anderen Tieren, Verkehrsmitteln und und und... eine wichtige Rolle.

Logisch, dass die Kenntnis von Kommandos und ihrer korrekten Umsetzung dabei von großem Vorteil ist. Gleichzeitig muss Dein Hund wissen, dass Du ihn in selbst für ihn schwierigen Situationen souverän anleiten kannst – und genau dieses Wissen wird in einer kompetenten Hundeschule vermittelt.

Dabei gilt die Faustregel: Was Dein Hund schon als Welpe lernt, klappt später oft schneller und leichter. Bereits ab etwa zwölf bis dreizehn Wochenkann das Grundkommandotraining beginnen. Erst spielerischer und kürzer, dann immer 'ernsthafter' und länger.

Aber auch ältere Hunde, die vielleicht ängstlich sind oder viele Alltagsreize noch nicht kennengelernt haben, profitieren sehr von einer professionellen Anleitung. Und auch Hunde, die ansonsten nicht genug ausgelastet sind, kommen dank Hundeschul-Angeboten besser auf ihre Kosten.

Also: Man lernt nie aus – auch Du und Dein Hund nicht. Ein Besuch einer sachkundigen Hundeschule lohnt sich immer. Bleibt nur die Frage, was sie auszeichnet.

Eine gute Hundeschule erkennst Du an …

… ihrer Transparenz

Ein seriöses Angebot hat zweifelsfrei seinen Preis, dafür besticht es aber auch durch Übersichtlichkeit und Transparenz.

In Bezug auf eine gute Hundeschule bedeutet das vor allem, dass bewusst verschiedene Gruppen für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Hunde und ihrer Besitzerangeboten werden. Solltest Du das Gefühl haben, dass in der von Dir anvisierten Hundeschule alle Vierbeiner über einen Kamm geschoren werden, ist das sicherlich kein hilfreiches Vorzeichen. Schließlich ist es eines DER Kennzeichen für eine fachkundige Hundeschule, dass Hunde als Individuen verstanden werden, deren Einzigartigkeit beim Training unbedingt berücksichtigt werden sollte.

Aus diesem Grund bieten seriöse Betreiber vor dem Training auch ein Beratungsgespräch (idealerweise mit Hund) an. Dabei geht es darum, zu ermitteln, was Dein ganz persönliches Ziel des Hundeschulbesuchs ist. Also was Dein Fellbündel am Ende des Kurses idealerweise beherrschen sollte.

Falls Du dabei eine Begleitung auf vier Pfoten dabei hast, können die Hundetrainer

  • direkt einen ersten Kontakt aufnehmen,
  • vielleicht sogar schon einen kleinen Einblick in den Trainingsstand Deines Tieres nehmen und
  • Dir potenzielle Trainingsoptionen erörtern.

Und zwar ohne Dir das Blaue vom Himmel zu versprechen.

In diesem Zusammenhang ist eine gute Hundeschule auch immer offen für den Besuch von Interessierten – ohne direkt zu einer langfristigen und teuren Kursteilnahme zu nötigen.

Ein reines Zuschauen ist in diesem Rahmen meistens kostenlos. Auch Schnupper-Trainingsstunden mit Hund können kostenlos sein. Dazu besteht jedoch keine Verpflichtung. Auch ist es nicht unbedingt ein Kennzeichen für eine fachkundige Hundeschule, dass alles ewig lange kostenlos ist.

Nichtsdestotrotz spricht es für Seriosität, wenn Du nach einem zügigen Kursabbruch (ein bis zwei Stunden) auch nur diese Stunden und nicht den ganzen Kurs bezahlen musst.

Die beste Grundlage für hochwertige Kurse sind natürlich kompetente Hundetrainer. Eine gute Hundeschule informiert Dich daher ausführlich darüber, worin die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter liegen – beispielsweise über Fortbildungen und entsprechende Zertifikate. Gleichzeitig sind Rückfragen und konstruktive Kritik gern gesehen und werden ausführlich beantwortet. Apropos Personal ...

… kompetenten Hundetrainern

Wer eine gute Hundeschule betreibt, weiß, worauf es bei einem fähigen Team ankommt:

  • Langjährige Erfahrung mit Hunden,
  • ein offener, positiver Umgang mit Vier- und Zweibeinern sowie
  • die Fähigkeit, bestimmte Situationen objektiv einschätzen und Hilfen konstruktiv vermitteln zu können.

Aus diesem Grund kennen sich fähige Hundetrainer auch mit den verschiedensten Aspekten rund um Hund und Besitzer aus:

  • Sie wissen um die (Neuro-) Biologie des Hundes in verschiedenen Entwicklungsstufen, die Eigenschaften diverser Rassen und sind in der Lage, das Verhalten und die Kommunikation in diversen Situationen (Angst, Aggression, Jagd, etc.) richtig einzuschätzen.
  • Darüber hinaus können sie Dir konstruktive Tipps zu den Themen Ernährung, Beschäftigung und rechtliche Grundlagen geben.

Dabei steht aber nicht nur Dein Hund alleine im Mittelpunkt: Eine gute Hundeschule sorgt auch immer dafür, dass Du selbst etwas lernst und Deinen Hund fachgerecht anleiten kannst.

Stellt sich dabei heraus, dass in dieser Hinsicht etwas nicht ideal funktioniert? Dann werden Dich kompetente Hundetrainer gezielt und konstruktiv darauf hinweisen und mit Dir zusammen einen Plan erarbeiten, wie sich das Zusammenspiel zwischen Dir und Deinem Vierbeiner noch besser gestalten lässt.

Oder mit anderen Worten: Versteht eine Hundeschule ihr Handwerk, ist der Kunde zwar König – aber keinesfalls zulasten des Tierwohls. 

… Zwang- und Gewaltfreiheit

Ein weiteres Kennzeichen für eine fachkundige Hundeschule: Hier haben weder physische noch psychologische Gewalt Hunden gegenüber etwas verloren. (Hysterisches) Anbrüllen steht hier folglich ebenso wenig auf dem Trainingsplan wie Schläge, Stachelhalsbänder und ähnliches.

Das hat einerseits damit zu tun, dass sowieso kein Hund eine solche 'Behandlung' verdient hat. Darüber hinaus kannst Du durch ein entsprechendes Verhalten gerade bei einem Welpen das Grundvertrauen in Menschen so weitgehend zerstören, dass er völlig unnötige Verhaltensstörungen entwickelt.

Wirklich gute Hundeschulen haben eine Ablehnung solcher Methoden komplett verinnerlicht und arbeiten daher stattdessen mit dem Prinzip der positiven Bestärkung. Selbstredend wird in einer solchen Hundeschule tatsächlich trainiert und nicht einfach 'nur ein bisschen gespielt'. Dennoch ist der Arbeitston immer ruhig und positiv und falls Dein Hund einmal ein unerwünschtes Verhalten zeigt, wird er zügig korrigiert.

Zudem lernt er, dass die beste Anerkennung, die er durch Dich erfahren kann, ein Lob in Form von Streicheleinheiten ist. Leckerli finden nur ab und an und nur zwecks Fokussierung eine begrenzte Anwendung. Schließlich soll Dein Schatz vor allem auf Deinen Willen reagieren und nicht alles nur an Dir vorbei für ein paar Leckerlis tun, oder?

Übrigens: Niemand würde ernsthaft behaupten, dass es immer leicht ist, die Fassung zu bewahren, wenn ein Hund, insbesondere ein Welpe, überhaupt nicht auf ein Kommando hören will. Kompetente Hundetrainer stehen Dir aber auch für solche Fälle mit Rat und Tat zur Seite und helfen Dir, als Halter ruhig und konsequent zu bleiben. Selbst dann, wenn Du für einen Moment an Deine persönlichen Grenzen gerätst.

… der Individualität in ihrem Kursprogramm

Unbefangene Welpen benötigen ein anderes Training als ältere, aber ängstliche Hunde. Und Fellbündel, die bisher noch nie einen Schritt vor die Tür gemacht haben, verhalten sich ganz anders als Hunde, die den Kontakt zu Menschen und Artgenossen gewohnt sind und eine Prüfung zum Begleithund absolvieren sollen.

Eine gute Hundeschule weiß um die unterschiedlichen Bedürfnisse der Hunde in solchen Fällen und richtet für entsprechende Hunde-Mensch-Teams spezielle Einzelgruppen ein. Eine Berücksichtigung der verschiedenen Temperamente und Größen idealerweise inklusive.

Kennzeichen für eine fachkundige Hundeschule daher: Sowohl Einzeltrainings als auch Gruppenangebote, wobei Mischformen von den jeweiligen Trainern besprochen und koordiniert werden. So wird Dein Hund nicht irritiert und überfordert.

Ähnliches trifft zudem auf die Örtlichkeit zu: Eine gute Hundeschule verfügt über ein eigenes Gelände, auf dem die Hunde trainieren und toben können. Sie kennt aber auch geeignete Trainingsstellen auf öffentlichem Grund, damit Hunde ihre Fähigkeiten auch im Alltagsleben gefahrlos einbringen und ausprobieren können.

Immerhin wollen weder Du noch Dein Hund ewig nur auf dem Hundeschulgelände bleiben, oder?

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