Zusammenleben zwischen Kind und Hund - So integrierst du Deinen Hund in euren Familienalltag

23.02.2019

„Der Hund ist der beste Freund des Menschen“ – dieser Satz trifft nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder einhundertprozentig zu! Erwiesenermaßen leiden Kinder, die mit Hunden in einem Haushalt aufwachsen seltener an Allergien und Atemwegserkrankungen und lernen früher, Verantwortung zu übernehmen und sich in andere hineinzuversetzen. 

Mit einem sanften Vierbeiner kann dein Kind eine sehr wertvolle und vor allem lehrreiche Freundschaft aufbauen, vorausgesetzt du integrierst den neuen Hund von Anfang in euren Alltag.

Warum es bei erwachsenen Hunden so wichtig ist ihre Vergangenheit zu kennen

Für einen Hund ist es wichtig, dass es eine klare Rangordnung und klare Regeln gibt. Jeder Hund, unabhängig von seiner Rasse, braucht eine führende Hand, die ihm liebevoll und dennoch konsequent beibringt, mit Kindern richtig umzugehen. 

Solltest du dir einen erwachsenen Hund anschaffen wollen, ist es wichtig, mehr über seine Vorgeschichte zu erfahren. Je mehr über die Vorgeschichte deines Vierbeiners bekannt ist, desto eher kannst du auf ihn und seine Bedürfnisse eingehen und brenzlige Situationen vermeiden.

Die wichtigsten Fragen für eine intakte Kommunikation zwischen Kind und Hund wären:

  • Hat der Hund bereits Kontakt zu Kindern gehabt?
  • Wie viel Kontakt zu Kindern bestand?
  • Wurden negative Erfahrungen im Umgang mit Kindern gesammelt?

Du, als „Rudelführer“ bist dafür verantwortlich, dass das Zusammenleben zwischen Kind und Hund reibungslos verläuft. Dafür musst du bereit sein, für beide klare Grenzen ziehen zu können und diese auch vehement durchzusetzen. 

Ein neuer Hund zieht ein – darauf sollte dein Kind achten

Wenn ein neuer Hund eure Familie bereichern soll, sollte dein Kind einige Regeln verinnerlichen. Es ist beispielsweise wichtig, dem Kind von Anfang an beizubringen, dass ein Hund kein Spielzeug ist. Er muss nicht jederzeit zum Spielen bereitstehen, wenn deinem Kind gerade danach ist. Wenn der Hund schläft oder isst, sollte das Kind es akzeptieren und ihn in Ruhe lassen können. 

Auch sollte dein Kind lernen, dass ein Hund Gefühle hat und man sie nicht ärgern oder schlagen darf. Der liebste Hund kann wütend werden, wenn man ihn dauerhaft an den Ohren zieht oder an seinem Fell herumreißt. 

Alle Regeln, die von dir aufgestellt werden, müssen natürlich nicht nur vom Kind, sondern von allen Familienmitgliedern konsequent durchgesetzt werden. Wenn du dem Hund beispielsweise verbietest, das Kinderzimmer zu betreten oder am Spielzeug deines Kindes herum zu kauen, darf auch dein Kind diese Dinge nicht erlauben. Ansonsten kann es schnell passieren, dass der Hund mit der neuen Situation überfordert ist. Durch diese Überforderung kann es sein, dass dein neues Familienmitglied sich daran macht, Grenzen auf eigene Faust austesten.

Bevor ihr euch einen neuen Hund anschafft, solltest du deinem Kind außerdem erklären, dass der Hund nicht alles essen darf, was der Mensch isst. Der Verzehr einiger Lebensmittel, die für uns zum täglichen Konsum gehören, kann für den Hund sogar tödlich enden. Aus diesem Grund sollte ein Hund nur das für ihn bestimmte Hundefutter bekommen. 

Vor der Anschaffung eines Hundes: Mögliche Ängste überwinden

Sollte dein Kind aus irgendeinem Grund eine Angst vor Hunden haben, ist es auch hier wichtig mit ihm eine Angstbewältigung zu starten, bevor der neue Hund einzieht. Dabei solltest du je nach Schwere der Angst mit einem Therapeuten arbeiten oder deinem Kind selbst einige Verhaltensregeln näherbringen. Beispielsweise sollte dein Kind in keinem Fall vor einem Hund wegrennen. Dieser wird es als Spiel ansehen und deinem Kind folgen, was die Angst weiter schüren kann. Ebenso ist das grundlose Anschreien eines Hundes gefährlich, weil der Hund den lauten Ton als Bedrohung wahrnehmen könnte.

Viele Kinder fürchten sich vor großen Hunden, da sie denken, dass diese im Gegensatz zu den kleineren Exemplaren aggressiver sind. In diesem Fall ist es wichtig, mit den Vorurteilen aufzuräumen und dem Kind zu erklären, dass das Verhalten des Hundes nicht von seiner Größe oder Rasse abhängt. Es gibt zahlreiche kleine Hunde, die zuschnappen und ebenso viele Kampf- und Listenhunde, bei denen der Begriff „sanfte Riesen“ zu 200 % zutrifft. Das Verhalten eines Hundes hängt mit seinen Erfahrungen, seiner Erziehung und seinem Umgang zusammen und mit nichts sonst. 

Integration des neuen Hundes in die Familienroutine

Wie du bereits weißt, ist es wichtig, sich vor der Anschaffung eines erwachsenen Hundes mit seiner Vorgeschichte vertraut zu machen. Anders sieht es hingegen bei Welpen aus. Ist der Hund noch ein Welpe, hat er wahrscheinlich noch keine großartigen Erfahrungen im Umgang mit Menschen, speziell Kindern und Babys, sammeln können. In diesem Fall ist er ein „unbeschriebenes Blatt“ und wird schnell lernen. 

Bei einem erwachsenen Hund solltest du hingegen etwas vorsichtiger sein. Ein Hund, der bereits in einem Haushalt mit Kindern aufgewachsen ist, wird sich leichter tun, sich in einen Haushalt mit Kindern zu integrieren. Hat der Hund schlechte Erfahrungen mit Kindern gesammelt, weil er von diesen geärgert, geschlagen oder ähnliches wurde, steht euch allerdings ein langer Weg bevor. 

Den neuen Hund auf die erste Begegnung mit den Kindern vorbereiten

Gerade, wenn du ein Baby hast, ist es wichtig, den neuen Hund auf das erste Aufeinandertreffen vorzubereiten. Im Folgenden geben wir 4 wertvolle Tipps vorbereitet, um die erste Begegnung so angenehm wie möglich machen. Je reibungsloser diese abläuft, desto leichter wird es dem Hund fallen, sich in eure Familie zu integrieren. 

  1. Bevor dein Hund deinem Kleinkind oder Baby erstmals begegnet, wäre es hilfreich, den Hund an Babykleidung schnuppern zu lassen. So gewöhnt sich dein Vierbeiner an den Geruch und nimmt diesen anschließend besser wahr. 
  2. Beim ersten Aufeinandertreffen ist es ebenso wichtig, dass dein Kind möglichst ruhig ist und nicht weint, quengelt oder herumschreit. Anderenfalls könnte der Hund Angst bekommen. Je mehr positive Erlebnisse Kind und Hund miteinander sammeln, desto dicker und herzlicher wird ihre zukünftige Freundschaft werden.  
  3. Weiterhin ist es wichtig, dem Hund von Anfang an zu suggerieren, dass das Kinderzimmer absolut verboten ist. Ohne Aufsicht darf der neue Hund niemals mit dem Baby oder Kleinkind in einem Raum sein. Ebenso ist das Spielzeug, egal wie bunt und geräuschvoll es ist, für den Hund tabu. 
  4. Wenn der Hund beim Spielen zuschnappt, musst du sofort handeln. Ein lauter und konsequenter Befehl wird den neuen Hund in seine Schranken weisen, sodass er gleich versteht, dass er etwas falsch gemacht hat. Eine Bestrafung im Nachhinein wird der Hund nicht verstehen und wird sich verletzt fühlen, da er keinen Grund für die Bestrafung erkennt. Deswegen ist es wichtig, sofort zu handeln, wenn der Hund etwas falsch gemacht hat.

Fazit

Es ist wichtig, den Hund von Anfang an in euren Alltag zu integrieren und den Kindern ebenso wie dem neuen Hund das richtige Miteinander zu vermitteln. Sobald diese erste Kennenlernphase abgeschlossen ist und sich alle an einander gewöhnt haben, wird das Zusammenleben mit einem neuen Hund ein Kinderspiel für alle Beteiligten. 

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