Hund und Katze aneinander gewöhnen: So klappt's mit der Freundschaft

06.07.2019

Dein Hund und Du, ihr beide seid ein richtig gutes Team. Aber eigentlich wäre noch Platz für einen weiteren Vierbeiner – und der soll kein weiterer Hund, sondern eine Katze sein? Zugegeben, im ersten Moment klingt das etwas nach einem abenteuerlichen Projekt, denn immerhin unterscheiden sich die beiden Haustiere in ihrer jeweiligen Körpersprache und ihrem Verhalten doch ziemlich voneinander.

Das braucht jedoch kein Manko zu sein: Denn mit den richtigen Tricks kannst Du Hund und Katze aneinander gewöhnen. Und zwar so, dass keines Deiner Tiere zu kurz kommt und sich in der Anwesenheit des anderen zumindest nicht gestört fühlt. Und nicht nur das, manchmal werden die beiden sogar die besten Kumpels. So funktioniert's:

Hund und Katze aneinander gewöhnen: Wer passt zu wem?

Bevor es losgeht, musst Du einige Dinge bedenken. Dazu gehört die Beantwortung folgender Fragen:

  • Hast Du schon ein Haustier? Wenn ja, ist es die Katze oder der Hund?
  • Wie sind Deine vier Wände aufgeteilt?Hast Du einen Garten oder einen Balkon? Und darf die Katze in diesem Zusammenhang Freigang genießen? Oder ist sie eine reine Wohnungskatze?
  • Wie alt sind Deine (zukünftigen) Haustiere?
  • Verfügen Sie bereits über Erfahrungen mit der jeweils anderen Tierart? Wenn ja, welche?

Grundsätzlich kannst Du Hunde und Katzen dann am besten miteinander vertraut machen, wenn beide noch relativ jungsind und keine schlechten Erfahrungen mit dem jeweils anderengemacht haben. Gute Anfangserfahrungen, idealerweise zusammen, sind immer noch die beste Grundlage für ein gelungenes Zusammenleben.

Aber auch ältere, entspannte Fellbündel lassen sich vergleichsweise gut miteinander „verkuppeln“, wenn sie die andere Tierart kennen und mögen. Mein erster Kater ist als Kitten in einer Familie mit zwei sehr charmanten Schäferhund-Mixen groß geworden und war sein ganzes Leben bei netten Hunden die Verträglichkeit in Katzengestalt.Gleichzeitig hatten entfernte Bekannte einen Jagdhund, dem als Welpe von einer relaxten Katze der Umgang mit Samtpfoten beigebracht wurde. Auch er kam später sehr gut mit Katzen, ihrer Körpersprache und ihrem Verhalten zurecht.

Es kommt also sehr auf die individuellen Charakterzüge des jeweiligen Tieres an, wie unkompliziert sich Hund und Katze aneinander gewöhnen.

Pluspunkt für potenzielle Lieblinge aus dem Tierheim: Sie freuen sich nicht nur über ein neues Zuhause. Meist können Dir die Betreuerinnen und Betreuer auch gleich verraten, welcher Hund und welche Katze sich über welche Gesellschaft freuen. So stehen die Chancen auf ein harmonisches Doppelpack, der zusammen bei Dir einzieht, gar nicht schlecht.

Die Vorbereitung vor dem Einzug von Hund und Katze

Prinzipiell ist es bei einer Vergesellschaftung der kleinen (oder auch nicht ganz so kleinen) Vierbeiner einfacher, wenn die Katze ins Hunderevier einzieht. Das liegt daran, dass Hunde eher Rudeltiere und damit in der Regel nicht so territorial gebunden sind. Eine Katze kann es Dir unter Umständen als Königsbeleidigung auslegen, wenn sie ihr Revier plötzlich teilen muss. Was aber nicht bedeuten muss, dass sich jede Mäusejägerin so verhält.

Davon abgesehen sind zwei Sachen in jedem Fall sehr wichtig:

  • Hund und Katze sollten getrennte Futterstellen besitzen, um Futterneid zu vermeiden
  • Der Hund darf keinen Zutritt zum Bereich des Katzenklos bekommen. Du möchtest auf der Toilette ja schließlich auch nicht gestört werden, oder?

Wohnt bereits eine Katze, aber noch kein Hund bei Dir, stellst Du den Napf für Deinen felligen Mitbewohner optimaler Weise schon eine gewisse Zeit lang vor dem Zuzug des Hundes um. Darüber hinaus solltest Du auch Bellgeräusche (anfangs leise, dann lauter) einspielen, damit die Katze von entsprechenden Geräuschen nicht plötzlich überrascht wird.

Ebenfalls nicht zu vergessen, wenn Du Hund und Katze aneinander gewöhnen möchtest: Das neue Tier braucht einen abschließbaren Raum, in dem es die ersten Tage in seiner neuen Umgebung Fuß fassen kann. Katzen sollten in Abwesenheit des Hundes sogar am besten alle Wohnbereiche erkunden dürfen. Und sowohl Dein Hund als auch Deine Katze möchten an Duftproben des anderen schnuppern (z.B. an einem alten T-Shirt von Dir). Auf diese Weise lernen sie den anderen kennen und wissen, dass jemand da ist, ohne sich zu schnell zu direkt über den Weg zu laufen.

Die Spannung steigt, das erste persönliche Aufeinandertreffen steht bevor

Sicherlich bist Du schon sehr gespannt, ob es genauso ideal verläuft Hund und Katze aneinander zu gewöhnen, wie Du es Dir vorstellst. Eine Sache aber noch vorab: Wie gut sich Hund und Katze aneinander gewöhnen, hängt nicht zuletzt von Deiner Erwartungshaltung ab.

  • Es gibt Tiere, die sich für eine friedlich-neutrale Koexistenzentscheiden
  • Oder es gibt solche, die beste Freundewerden, im gleichen Korb schlafen und sich gegenseitig Spielzeug vor die Pfoten legen.

Jede dieser beiden Varianten ist vollkommen in Ordnung!

Eine lebenslange Freundschaft kann nicht erzwungen werden, wenn der Funke einfach nicht überspringt. Das ist bei uns Menschen ja genauso und sollte deswegen unbedingt respektiert werden. Was jedoch nicht sein darf: Die Tiere dürfen sich nicht dauerhaft gegenseitig aggressiv angehen. Schließlich bringt es weder Dir noch Deinen beiden Lieblingen etwas, wenn sich einer permanent ängstlich zurückzieht, während der andere aggressiv auf die Suche nach „Beute“ geht.

Insofern fütterst Du am besten beide Fellbündel vor einem ersten Treffenund spielst ausgiebig mit ihnen. Satt und entspannt gestaltet sich ein erstes Treffen eben gleich deutlich relaxter. Dabei werden dann auch kleinere Missverständnisse in puncto Körpersprache und Verhalten nicht so auf die Goldwaage gelegt und man gibt dem anderen eher eine zweite Chance.

Apropos entspannt: Damit jedes Tier weiß, was es (nicht) soll, hast Du als „Moderator“ die Lage entsprechend im Griff. Den Hund an der Leine und die Katze frei beweglich mit Ausweichmöglichkeit -inklusive einer, die im Zweifelsfall auch aus dem Raum für die Begegnung herausführt.

Bei deinem ersten Versuch Hund und Katze aneinander zu gewöhnen, sollte am besten die Katze in den Raum mit dem Hund kommen, weil sie so sicherer ist. In diesem Zuge kann sie sich überlegen, ob und wie weit sie sich ihm näher möchte.

Leckerlis, Aufmerksamkeit für beide Tiere (am besten von zwei Personen, für jedes Tier eine) und eine klare, ruhige Linie, vermitteln Katze und Hund, dass alles in Ordnung ist.Ein erstes Abtasten mit Imponiergehabe und / oder einer Scheinattacke ist dabei kein Grund zur Panik. Beide müssen aber wissen, dass Du die alleinige Kontrolle über die Situation besitzt und angibst, was gespielt wird und was nicht.Gerade, wenn Dein Hund bellt oder an der Leine zerrt, muss er merken, dass Du sein Auftreten nicht akzeptierst.

Haben sich Hund und Katze aber neutral, vielleicht sogar positiv dem Artfremden gegenüber verhalten, sind nach einigen Minuten ein dickes Lob und eine individuelle Spielrunde angesagt. Sorge dafür, dass die erste Begegnung nicht zu lang ausfällt und jeder die Gelegenheit hat, sich von der Aufregung zu erholen und sich zu überlegen, was er von dem Anderen hält.

Übung macht den Meister

Nachdem sich Dein Hund und Deine Katze das erste Mal persönlich beschnuppert haben, geht die Kontaktaufnahme solange mit Leine weiter, bis Du das Gefühl hast, dass beide sehr entspannt sind.

Danach kannst Du sie in einer Umgebung mit Rückzugsmöglichkeit für die Samtpfote unter Deiner Kontrolle auch ohne Leine für Deinen Hundeschatz miteinander laufen lassen. Achte dabei darauf, dass Du ihnen einen Alltagseindruck vermittelst, indem Du sie nicht übertrieben offensichtlich beobachtest. So lernen sie, dass das (spielerische) Miteinander eine ganz normale Sacheist.

Fazit: Hund und Katze aneinander gewöhnen bedarf Zeit und Liebe, lohnt sich jedoch sehr

Logisch, es braucht Zeit, bis man mit einem anderen Wesen, seinen Verhaltensweisen und seiner Art der Kommunikation zurechtkommt. Wenn allerdings niemand das Gefühl hat, zurückstecken zu müssen und sich jeder vom anderen respektiert fühlt, dann kann ein Duo aus Hund und Katze eine tierische Erfolgsgeschichte werden, die auch Dein Leben mit Schwung und Witz bereichert!

Teile Deine Gedanken mit uns