Leckerlis im Hundetraining - Pro und Contra

13.10.2018

Leckerlis im Hundetraining können ganz schön nützlich sein. Aber wenn der Hund etwas nur tut, wenn du eine Belohnung in der Hand hast, ist das noch lange kein gut erzogener Hund. Wir verraten dir heute wie du Leckerlis im Training sinnvoll einsetzt und worauf du achten musst.

Wir alle kennen diese Hunde, die so versessen auf Leckerchen sind, dass sie sehr aufdringlich sein können oder einem nur Aufmerksamkeit schenken, wenn man etwas Schmackhaftes in der Hand hält. Um zu vermeiden, dass dein Hund nur noch auf dich hört, wenn eine Belohnung auf ihn wartet, haben wir im folgenden Beitrag ein paar Tipps zum Hundetraining zusammengestellt. 

Was motiviert deinen Hund?

Auch wenn Leckerlis im Training weit verbreitet sind und zunächst wie die einfachste Methode klingen, um deinen Hund zu belohnen, gibt es möglicherweise andere Arten der Belohnung, die dein Hund viel besser findet. 

Gutes und erfolgreiches Hundetraining basiert darauf, dass der Hund Spaß an der Sache hat und mit Feuereifer dabei ist. Nur mit einem motivierten Hund lassen sich die gewünschten Erfolge erzielen. Doch nicht jeder Hund ist automatisch nur auf Leckerchen aus. Je nach Rasse und Charakter deines Hundes gibt es Möglichkeiten, ihn viel effizienter zu belohnen - mit etwas, das ihm Spaß macht und ihn so motiviert, sein Bestes zu geben. 

Alternativen zum Leckerli

Zunächst solltest du also herausfinden, was dein Hund am liebsten mag. Sehr aktive Hunde lassen sich zum Beispiel mit einem kleinen Spiel oder gemeinsamem Toben begeistern. Andere Hunde finden es wiederum gut, wenn sie gestreichelt werden oder verbales Lob erfahren. Es muss also gar nicht sein, dass du jedes Mal Leckerchen schmeißen musst, wenn dein Hund etwas gut gemacht hat. Viele Hunde empfinden es viel motivierender, ihre Besitzer glücklich und stolz zu machen oder mit Aufmerksamkeit belohnt zu werden. Deshalb solltest du herausfinden, was deinem Hund am meisten Spaß macht. Erstelle daraus eine Liste und wie wichtig deinem Hund die einzelnen Punkte sind. Daraus kannst du später im Training schöpfen. 

Hunde sind immer bestrebt, das Leben für sich selbst so gut und harmonisch wie möglich zu gestalten. Ihre Entscheidungen basieren daher immer auf der Frage: "Welchen Vorteil ziehe ich daraus?" Das kann natürlich zum einen Futter sein, aber für so hochsoziale Wesen wie unsere vierbeinigen Freunde ist die Interaktion mit ihrem Menschen ebenfalls extrem bedeutend. 

Ist ein Leckerli wirklich so spannend?

Eben diese Frage nach dem Vorteil für den Hund macht das Training manchmal schwierig. Leckerlis sind oft kein überzeugendes Argument auf dich zu hören, wenn andere Reize auf den Hund warten. Dies können Artgenossen, Wildtiere oder weitere Reize sein. Wenn du dann einen Hund hast, der nur wegen dem Futter an deiner Seite ist, wirst du selbst mit kontinuierlichem Training im Zweifelsfall den Kürzeren ziehen und der Hund schaltet auf Durchzug. Weil eben der andere Reiz in diesem Moment stärker ist und für den Hund lohnenswerter erscheint.

Wann macht es Sinn mit Leckerlis zu arbeiten?

Oft gestaltet sich am Anfang, wenn man einen Welpen oder einen neuen Hund hat, der Beziehungsaufbau zu dem Vierbeiner einfacher, wenn man Leckerlis zur Hand hat. Instinktiv ist der Hund durch die kleinen Belohnungshäppchen motiviert, sich auf den neuen Menschen einzulassen. Wenn man am Anfang also zuerst einmal mit Leckerchen um sich wirft, ist das im Prinzip nichts Schlimmes. Jedoch solltest du dich auch ohne den Einsatz von Leckerlis mit deinem Hund beschäftigen, damit ihr euch besser kennenlernen und eine vertrauensvolle Basis aufbauen könnt. 

Leckerchen sind auch in Ordnung, wenn sie zwischendurch mit anderen Arten der Belohnung, z.B. einem Spiel oder einer kurzen Schmuseeinheit, abgewechselt werden. Hunde lieben Überraschungen und sind mit Feuereifer bei der Sache, wenn etwas Spannendes passiert oder es besonders gute Belohnungshappen gibt. Besonders, wenn du deinem Hund etwas Neues beibringen möchtest, kannst du anfangs super mit Leckerchen belohnen. 

Bei Spielen wie mit dem Futterbeutel oder Suchspielen kann man teilweise auf Leckerlis nicht verzichten. Apportieren macht nur halb so viel Spaß, wenn hinterher keine Beute in Form von Futter aus dem Beutel auf einen wartet. Zumindest ist das bei vielen Hunden so. Wenn du einen hast, dem allein das Jagen und Zurückbringen schon Spaß macht, ist das im Prinzip für den Hund auch schon selbstbelohnend und du musst ihn nicht immer fressen lassen. 

Wann solltest du deinem Hund keine Leckerlis mehr geben?

Wenn du merkst, dass dein Hund ständig nur auf deine Hand starrt oder diese sogar anstupst, weil er einen Happen zu essen haben will, solltest du dir Gedanken machen, wie du die Aufmerksamkeit deines Hundes wieder auf dich lenken kannst. Auch wenn dein Hund eine gewisse Form von Futteraggression zeigt, indem er dir die Stückchen förmlich aus der Hand reißt, ist es Zeit etwas zu tun.

Es gibt Hunde, die werden nach Strich und Faden verwöhnt und bekommen einen wahren Regen aus Leckerlis, nur weil sie so süß gucken oder einfach nur anwesend sind. Hunde merken sehr schnell, mit welchen Tricks sie bei ihren Haltern bekommen, was sie wollen. Einige dieser kleinen Rituale zwischen Mensch und Hund sind wichtig für die Beziehung, andere wiederum können sich zu wirklich ernstzunehmenden Verhaltensweisen entwickeln. 

Bestimmte Verhaltensweisen, die du deinem Hund zuerst mit Gabe von Leckerlis antrainiert hast, kannst du später auch anders belohnen, wenn das Kommando erst mal sitzt. Es ist dann nicht mehr nötig, jedes einzelne Mal zu füttern, wenn der Hund das Kommando richtig ausgeführt hat. Du kannst dann auch andere Arten der Belohnung wählen, z.B. ein Spiel oder verbales Lob. 

Darauf musst du für ein erfolgreiches Hundetraining achten

Generell kann man sagen, dass Hunde eigentlich an allem Spaß haben, was ihrem Naturell entspricht und auch bei ihren Menschen echte Begeisterung hervor ruft. Wenn du selbst im Training oder im Umgang mit dem Hund lustlos und unmotiviert bist, wird der Hund nicht ganz bei der Sache sein und somit auch nicht sein Bestes geben. Gutes Hundetraining fängt also immer erst einmal damit an, dass du selbst Lust darauf hast. Dein Hund merkt es, wenn du ihm Begeisterung vorspielst, das Ganze aber lieber so schnell wie möglich hinter dich bringen willst, weil du im Zeitdruck bist oder lieber etwas Anderes tun möchtest.

Egal, welche Beschäftigung du mit deinem Hund machst, sei es Hundetraining, Hundesport oder einfach nur das alltäglich Zusammenleben, an erster Stelle sollte eine gute Beziehung zwischen Mensch und Hund stehen. Denn wenn dein Hund dir vertraut und dich liebt, wird er gern bereit sein, dir jeden Wunsch zu erfüllen. Sogar, wenn gar keine Leckerlis im Spiel sind. 

Um den Hund auf Dauer motiviert zu halten, solltest du die Belohnungen abwechslungsreich gestalten. Dazu kannst du aus der Liste der Dinge, die deinem Hund Spaß machen, frei auswählen. So weiß dein Hund nie vorher, was er erwarten kann und wird somit überrascht. Nichts ist langweiliger für Hunde, als schon vorher zu wissen, welche Art von Belohnung winkt. Dann kann der Hund nämlich auch entscheiden, ob es das "wert" ist. Hunde, die belohnungstechnisch überrascht werden, sind oft viel motivierter. 

Auch wenn du bei einer neuen Übung anfangs mit Leckerlis arbeitest, sollte es für deinen Hund spannend bleiben. Dies erreicht man zum Beispiel durch verschiedene Sorten, von denen einige deinem Hund besonders gut schmecken. Auch das Einbauen der sogenannten Jackpots, bei denen dein Hund mehr als nur eins bekommt, haben sich als sinnvoll erwiesen. Den Jackpot gibt es, wenn der Hund das Kommando besonders schnell oder besonders gut umgesetzt hat. Nach der Gabe des Jackpots kannst du die Trainingseinheit beenden. So hat der Hund ein echtes Erfolgserlebnis und wird auch beim nächsten Mal wieder hochmotiviert bei der Sache sein, wenn du mit ihm trainieren möchtest. 

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