Dein Hund hat eine Nahrungsmittelallergie? Kein Grund zur Panik!

04.11.2019

Wenn Dein Hund auf einmal heftige Probleme mit den Ohren hat, wenn die Ohren entzündet sind, schlecht riechen und Du beim Säubern ziemlich eklige Substanzen aus ihnen herausholst, dann machst Du Dir sicher Sorgen und suchst den Tierarzt Deines Vertrauens auf.

Aber höchstwahrscheinlich wirst Du nicht auf die Idee kommen, dass es sich bei diesen Symptomen um eine Futtermittelallergie handeln könnte. Tatsächlich sind Ohrentzündungen - der medizinische Fachausdruck lautet Otitis - oft Ausdruck einer Futterunverträglichkeit bei Hunden.

Wie kann ich eine Futtermittelallergie bei meinem Hund erkennen?

Weitere Symptome sind:

  • Haarausfall an der hinteren Rückenpartie oder dem Schwanzansatz
  • Häufiges Kratzen an bestimmten Stellen, die dann auch noch ausgiebig beleckt werden
  • Hautentzündungen an diverse Stellen

Dazu kommen dann noch die Symptome, bei denen man auch als Laie schon an eine Futterunverträglichkeit denken würde:

  • Erbrechen, kurz nachdem das Futter gefressen worden ist
  • Durchfall
  • Magen-Darmprobleme

Der Besuch bei einem kompetenten Tierarzt sollte schnell zur richtigen Diagnose führen, denn alle die obengenannten Symptome könnten auch andere Ursachen haben.

Wie entsteht eine Allergie eigentlich?

Ganz allgemein ausgedrückt ist eine Allergie eine Überreaktion des Immunsystems. Das Immunsystem identifiziert einen eigentlich harmlosen Stoff als gefährlich und versucht diesen Stoff zu bekämpfen.

Allergietest

In der Regel wird der Tierarzt zunächst einen Allergietest machen, der schon konkrete Ergebnisse liefern kann. Ein Allergietest kann ein Bluttest oder ein Hauttest sein. Mit seiner Hilfe können Substanzen identifiziert werden, auf die das Immunsystem Deines Vierbeiners allergisch reagiert.

Die Ergebnisse eines solchen Allergietests sind aber nicht 100% zuverlässig oder aussagefähig. Denn es ist möglich, dass es auch noch Unverträglichkeiten gibt, die durch den Allergietest nicht richtig festgestellt werden können. Beispielsweise kann beim Allergietest herauskommen, dass Dein Hund sehr stark auf eine Substanz reagiert und etwas schwächer auf eine andere. Tatsächlich kann es aber sein, dass nur die Gabe von beiden Substanzen zusammen zum Ausbruch einer Allergie führt und jede Substanz einzeln Deinem Hund noch nicht schadet.

Um wirklich alle Auslöser einer Nahrungsmittelallergie bei Deinem Hund herauszufiltern, kann eine sogenannte Ausschlussdiät gemacht werden.

Wie funktioniert eine Ausschlussdiät?

Ein paar Hinweise gleich vorab:

Eine Ausschlussdiät dauert rund 8 Wochen und muss absolut konsequent durchgeführt werden, sonst macht die ganze Mühe keinen Sinn. Der vierbeinige Patient bekommt für die Dauer der Ausschlussdiät nur das jeweils angesagte Futter. Keine Leckerlis, keine Happen vom Tisch – weder von Dir noch von Freunden, Nachbarn oder sonstigen Besuchern!

Zu Beginn der Ausschlussdiät werden nur Nahrungsmittel verfüttert, die Dein vierbeiniger Liebling am besten noch nie oder zumindest sehr selten bekommen hat. Das hängt natürlich sehr davon ab, welches Futter Du ihm bis jetzt gegeben hast. Aber in der Regel kann man mit Pferdefleisch oder Straußenfleisch beginnen. Als Kohlenhydrate bieten sich Süßkartoffeln an, weil die meisten industriell hergestellten Futtermittel mit Reis, Mais oder Getreide vermischt werden.

Wenn sich die Symptome unter der Diät verbessern, werden langsam andere Nahrungsmittel zugefüttert, damit man die genauen Auslöser der Beschwerden finden kann.

Futterumstellung bei einer Nahrungsmittelallergie

Natürlich solltest Du das Futter für Deine Fellnase sofort umstellen, sobald Du weißt, worauf sie allergisch reagiert.

Wenn Du einen Allergietest durchführen lassen hast, dann ist klar welche Zutaten Du zukünftig im Futter vermeiden musst. Doch die geeignete Futtersuche kann durchaus schwierig werden, wenn zum Beispiel eine Unverträglichkeit gegen Reis, Mais, Getreide UND Schweinefleisch festgestellt wird.

Hier gilt es, nicht die Hoffnung aufzugeben und im Fachhandel alles nach einem geeigneten Futter zu durchsuchen, wobei aber die Inhaltsangaben der verschiedenen Futtertypen ganz genau unter die Lupe genommen werden müssen. Oft ist das Internet die bessere Wahl, um ein geeignetes Futter zu finden, weil der Fachhandel einfach nicht alle Marken vorrätig haben kann.

Im oben erwähnten Allergiebeispiel war die Lösung dann ein Futter, dessen hauptsächliche Bestandteile Fisch und Kartoffeln waren. Die hat der Hund prima vertragen und die Symptome gingen auch schnell zurück.

Aber da die Suche nach dem geeigneten Futter eine ganze Weile dauern kann, kannst Du Deinem Hund das Leben in der Zwischenzeit schon leichter machen, indem Du sein Futter selbst kochst und die Bestandteile vermeidest, die durch den Allergietest als allergieauslösend identifiziert worden sind.

Das ist natürlich keine dauerhafte Lösung, denn als Laie bekommt man es in der Regel nicht unbedingt hin, seinem Hund mit selbst gekochtem Essen auch all die Vitamine und Mineralstoffe zu verabreichen, die er braucht, um gesund zu sein und auch gesund bleiben.

Hypoallergenes Hundefutter

Da es immer öfter vorkommt, dass Hunde allergisch auf Futter reagieren, gibt es auch zahlreiche sogenannte hypoallergene Hundefutter im Handel. Dabei handelt es sich um Hundefutter, das so wenig der Stoffe wie möglich enthält, die bekannterweise Allergien auslösen. 

Meist wird deshalb für hypoallergenes Hundefutter Fleisch von Tieren verwendet, das im üblichen Futter eher selten vorkommt, wie zum Beispiel Wasserbüffel- oder Känguru-Fleisch. Auf Weizen wird oft verzichtet und dafür werden Kartoffeln oder Hirse eingesetzt. Aber auch bei hypoallergenem Futter ist es zwingend notwendig, die Zutatenliste genau zu studieren, damit Du die Stoffe vermeidest, die Dein Hund nicht verträgt.

Hydrolisierte Diät

Oft wird für Hunde, die eine Futtermittelallergie haben, eine sogenannte hydrolisierte Diät empfohlen.

Dabei handelt es sich um ein spezielles Hundefutter, das sich dadurch auszeichnet, dass bei der Verarbeitung die Proteine so klein gespalten werden, dass sie vom Immunsystem nicht mehr erkannt werden sollen. So zumindest lautet die Theorie. Teilweise wird aber berichtet, dass dies nicht immer funktioniert und trotzdem eine allergische Reaktion stattfinden kann.

Fazit

Wenn Dein Hund eine Nahrungsmittelallergie hat, dann musst Du nicht verzweifeln. 
Der erste Schritt ist die Diagnose der Erkrankung durch einen Tierarzt. Hier empfiehlt es sich, einen Allergietest machen zu lassen und das Futter so umzustellen, dass die allergieauslösenden Stoffe nicht mehr verfüttert werden.

In vielen Fällen sollte dadurch schon eine deutliche Besserung eintreten. Falls das nicht der Fall ist, solltest Du Dir überlegen, ob Du eine Ausschlussdiät durchführst, um die Allergieauslöser eindeutig zu identifizieren. Eine Ausschlussdiät sollte aber nur unter Aufsicht eines Tierarztes stattfinden.

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