Vergiftungen beim Hund - So erkennst du sie und kannst schnell helfen

07.09.2019

Regelmäßig hört man in den Nachrichten und in den sozialen Medien von Fällen, bei denen ein Hund an sogenannten Giftködern verendet ist. Aber auch in Haus und Garten lauern viele Gefahren, mit denen sich dein Hund vergiften kann. Wir verraten dir heute, wie du Vergiftungserscheinungen bei deinem Hund erkennst und ihm schnell helfen kannst. Denn bei Vergiftungen ist es wichtig, schnell zu reagieren, um den Hund zu retten. 

So kannst du deinen Hund vor Vergiftungen schützen

Zuerst einmal solltest du dich bei dir zu Hause genau umschauen, denn auch im Haushalt und im Alltag finden sich viele mögliche Gefahrenquellen für deinen Hund. Neulich haben wir dir in einem Beitrag verraten, welche giftigen Lebensmittel, Garten- und Zimmerpflanzen und sonstige Gegenstände in Haus und Garten für deinen Hund gefährlich werden können. Diese solltest du beseitigen bzw. ausreichend sichern, indem du sie z.B. hochstellst oder in Schränke räumst, die dein Hund nicht allein öffnen kann. 

Auch Giftköder, die von perfiden Hundehassern immer häufiger in Städten und Gassi-Gebieten ausgelegt werden, können für deinen Hund tödlich enden. Am sichersten gehst du, wenn du mit deinem Hund ein Anti-Giftköder-Training machst. So lernt er, dass er unterwegs nichts frisst, auch wenn es sich um saftige Frikadellen, Würstchen oder weggeworfene Pausenbrote handelt. Diese können übrigens nicht nur mit Rattengift und anderen schädlichen Stoffen versehen, sondern auch mit Nägeln, Glasscherben oder anderen spitzen Gegenständen gespickt sein. Neigt dein Hund also dazu, unterwegs Dinge zu fressen, solltest du besonderes Augenmerk auf dieses Training legen. 

Ganz wichtig: Auch harmlos scheinende Medikamente, wie z.B. Aspirin, Paracetamol, Ibuprofen oder Teebaumöl sind hochgradig giftig für Hunde. Bereits bei kleinen Mengen, die dein Hund versehentlich frisst, kann ernsthafte Lebensgefahr bestehen. Deshalb solltest du auch Medikamente immer gut wegräumen, damit dein Hund nicht heran kommt. 

So erkennst du, ob dein Hund sich vergiftet hat

Es ist gar nicht so einfach, Vergiftungen zu erkennen, da die Symptome auch bei vielen anderen Erkrankungen von Hunden auftreten können. So ist es auch fürTierärztenicht immer leicht, eine Diagnose zu stellen und die richtige Behandlung einzuleiten. Es hilft also ungemein, wenn du weißt, was dein Hund gefressen hat bzw. mit welchem Gift er möglicherweise in Kontakt gekommen sein könnte. 

In der Regel kannst du eine Vergiftung bei deinem Hund sofort oder bereits wenige Stunden nach der Aufnahme erkennen. In einigen wenigen Fällen, z.B. bei Rattengift oder Thallium, kann es aber auch einige Tage dauern, bis sich die ersten Symptome bemerkbar machen. Folgende Symptome zeigt dein Hund, wenn er sich vergiftet hat:

  • Starkes Speicheln, Hecheln, Atembeschwerden, Atemnot
  • Veränderungen der Pupillen (ungewöhnlich groß oder klein) 
  • Verfärbung der Mundschleimhäute (z.B. blasses bis intensives Blau/Grau)
  • Verfärbung der Augen (z.B. Gelbfärbung im Weißen des Auges)
  • Herzrhythmusstörungen (zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig)
  • Fieber (Normaltemperatur liegt zwischen 37,5 und 39 Grad Celsius), Pulsfrequenz (Ruhepuls liegt zwischen 80 und 120 Schlägen pro Minute)
  • Zittern, Schwäche, Lähmungen, Krämpfe, Kreislaufprobleme, bis hin zum Kollaps und Bewusstlosigkeit
  • Apathie, Desorientiertheit, verminderte Ansprechbarkeit oder starke Unruhe
  • Würgen, Erbrechen, Durchfall, Bauchkrämpfe
  • Blut im Urin, Kot oder dem Erbrochenen

Sollten eine oder mehrere dieser Symptome bei deinem Hund auftreten, kann die Gefahr einer Vergiftung bestehen. Bitte probiere es nicht erst mit irgendwelchen Hausmittelchen oder warte ab, sondern schnapp dir deinen Hund und bring ihn zum Tierarzt. Bei Fragen rund um Vergiftungen bei Tieren stehen übrigens auch die Giftzentralen, die eigentlich für den humanmedizinischen Bereich verantwortlich sind, gern beratend zur Seite. 

Erste Hilfe bei Vergiftungen

Wenn du Vergiftungserscheinungen bei deinem Hund feststellst, solltest du schnellstmöglich deinen Tierarzt kontaktieren und dich auf den Weg zu ihm machen. Aufgrund der vielen verschiedenen Gifte ist es für Laien fast unmöglich festzustellen, um welches Gift es sich handelt. Wichtig ist vor allem, dass du Ruhe bewahrst und deinem Vierbeiner ein Gefühl der Sicherheit vermittelst.

Sollte dein Hund bewusstlos sein, lege ihn flach auf die Seite und drehe den Kopf so, dass Speichel und Erbrochenes herausfließen können. Sonst kann noch eine massive Erstickungsgefahr dazu kommen. 

Auf keinen Fall solltest du deinen Hund dazu bringen, sich zu erbrechen. Wenn die Gifte, die sich im Magen befinden, nach oben kommen, könnte es für deinen Hund noch gefährlicher werden. Allerdings ist es auch schwierig einen Hund zum Übergeben zu bringen, denn die bei uns Menschen übliche „Finger in den Hals“-Methode funktioniert bei Hunden nicht. Sie erhöht höchstens dein Verletzungsrisiko und könnte den Hund unter Umständen noch aufgeregter und nervöser machen. 

Lass auch die Finger von Hausmitteln wie Milch oder Öl, denen nachgesagt wird, dass sie bei Vergiftungen helfen können. Hier besteht die Gefahr, dass die Vergiftung dadurch noch beschleunigt wird, je nachdem um welches Gift es sich handelt. 

Was kann der Tierarzt bei Vergiftungen machen?

Auch für Tierärzte ist es schwer, die Ursache einer Vergiftung zuverlässig zu benennen. Schnelles Handeln und Hilfe für den Hund sind jedoch meist unerlässlich. Wenn du die Möglichkeit hast, solltest du deshalb eine Probe des Giftes mitbringen, z.B. die Verpackung oder Reste. Ist das nicht möglich, weil es sich z.B. um von der Gemeinde ausgelegte Köder handelt, mach ein Foto von den ausgehängten Infozetteln bzw. der Köderbox. So lässt sich schneller feststellen, wie die richtige Behandlung erfolgen sollte. Und dann kommt es noch auf viele weitere Faktoren an, ob die medizinische Behandlung zum Erfolg führt und dein Hund sich wieder erholt. 

Einer der wichtigsten Faktoren, neben der Art und Menge des Giftes, ist, wieviel Zeit zwischen der Giftaufnahme und dem Einsetzen der Behandlung vergangen ist. Deshalb können wir nur dringend dazu raten, bei Verdacht auf eine Vergiftung schnellstmöglich zum Tierarzt zu fahren. 

Das Wichtigste, was der Tierarzt zuerst tun wird, ist den Kreislauf des Hundes zu stabilisieren. Dann geht es darum, das aufgenommene Gift schnellstmöglich aus dem Hundekörper zu entfernen. Wenn es oral, also über den Magen aufgenommen wurde, können Brech- und Durchfallpräparate, eine Magenspülung oder Mittel, die das Gift binden, weiterhelfen. Der Tierarzt kann deinem Hund auch eine Infusion geben, die das Gift im Körper des Hundes verdünnen und schneller ausschwemmen soll. Je nach Grad der Vergiftung kann es sein, dass dein Hund einige Stunden oder sogar Tage zur Beobachtung in der Tierklinik verbleiben muss. 

Fazit

Wir hoffen natürlich, dass du niemals in die Situation kommen wirst, die Informationen aus diesem Beitrag zu benötigen. Aber für den Notfall ist es immer gut zu wissen, wie man richtig reagiert. Deshalb freuen wir uns sehr, wenn du den Beitrag auch mit deinen Hundefreunden teilst, sodass möglichst viele Hunden rechtzeitig geholfen werden kann. 

Teile Deine Gedanken mit uns