Mantrailing: Sucharbeit für feine Spürnasen

24.06.2018

Schlaue Hundebesitzer wie Du wissen hinlänglich, dass ein Hund für sein Wohlbefinden gleichermaßen geistig wie körperlich gefordert werden will. Während viele andere Hundesportarten vor allem auf die Bewegung an sich abzielen, kombiniert Mantrailing diesen Aspekt mit einer fordernden Sucharbeit.

Kurz gesagt: Dein Hund bekommt nicht nur Bewegung, er erhält auch die Gelegenheit, sein Köpfchen und seinen Spürsinn einzubringen.

Und das Beste daran: Dein Hund ist eigentlich nie zu alt oder zu jung, um ein Mantrailing-Training zu absolvieren. Ganz abgesehen davon, dass ihr euch als Hund-Mensch-Team beim Mantrailing immer noch besser kennenlernen könnt.

Du hast bereits Blut geleckt und möchtest noch mehr wissen? Beispielsweise, wie Du Deinen Hund beim Mantrailing korrekt anleitest? In den folgenden Abschnitten erfährst Du die wichtigsten Tricks und Kniffe!

Für welche Hunde und Menschen eignet sich das Mantrailing-Training?

Die beste Nachricht zuerst: Im Prinzip kann jeder Hund beim Mantrailing glücklich werden.

Ein einige Monate alter Welpe ebenso wie ein bereits zwölf Jahre altes Schätzchen. Das Einzige, was es verstärkt zu beachten gilt, ist, dass die Trails auf die jeweilige Kondition der Hunde abgestimmt sind. Davon abgesehen können Hunde aller Rassen am Mantrailing teilnehmen.

Ein ausgeprägter Jagdinstinkt ist dafür kein Muss, denn sämtliche Hundenasen sind für die Sucharbeit prädestiniert. Wobei Übung selbstredend den Meister macht und der Spaß auch beim Maintrailing-Training durch zunehmende Herausforderungen immer größer wird. Insofern sind gerade Jagdhunde oft sehr begeisterte Mantrailer, weil ihnen das Verfolgen einer Spur quasi im Blut liegt und sie meistens Fans von kniffeligen Sucharbeiten sind.

Darüber hinaus profitieren jedoch auch tendenziell unsichere oder leicht ablenkbare Hunde von der Arbeit im Hund-Mensch-Team beim Mantrailing: Hierbei lernen sie spielerisch und mit positiven Assoziationen, sich auf eine Sache zu konzentrieren und andere, störende Einflüsse auszublenden.

Oder mit anderen Worten: Diese Sportart ist etwas für alle Zwei- und Vierbeiner, die gerne an der frischen Luft sind und Freude an Team- und Kopfarbeit haben. Also mit Sicherheit auch etwas für Dich und Deinen felligen Liebling.

Bliebe aber noch die folgende Frage zu klären ...

Wie funktioniert Mantrailing überhaupt?

Der Begriff „Mantrailing“ setzt sich aus den Wörtern „Mensch“ und „Spur“ zusammen – und damit ist eigentlich schon alles Notwenige gesagt. Ein Hund-Mensch-Team beim Mantrailing sucht also nach Geruchsspuren, die andere Personen auf einem bestimmten Weg hinterlassen haben.

Damit Dein Hund beim Mantrailing einen Einstieg findet, darf er an einer nicht von anderen teilnehmenden Personen und Hunden kontaminierten Geruchsprobe (zum Beispiel ein T-Shirt, ein Taschentuch, o.ä.) schnuppern. Anschließend sucht er auf dem Boden, gegebenenfalls auch an etwas höheren Gegenständen nach der Spur, die die Person hinterlassen hat.

Dabei befindet er sich an einer fünf bis zehn Meter langen Leine und einem gut an ihn angepassten Brustgeschirr. Deine Aufgabe ist es also, ihn zu begleiten, seine Signale wie „ich habe die Spur verloren“, etc. richtig zu deuten und ihm bei Bedarf Verhaltenshilfestellungen zu geben. Dabei sind die folgenden Tipps sehr hilfreich:

Eine kompetente Anleitung ist das A und O

Gerade dann, wenn Du und Dein felliger Kumpel Mantrailing-Einsteiger seid, lohnt sich der Besuch eines Kurses oder der Kontakt zu einer Gruppe, die sich bereits länger mit diesem Freizeitspaß beschäftigt. Hier bekommt ihr wichtige und wissenswerte Informationen rund ums richtige Vorgehen und findet auch bei Problemen oder Fragen immer ein offenes Ohr. Was davon abgesehen relevant ist, jetzt im Kurzüberblick.

Am Anfang steht das Verständnis für die Spur

Zuerst muss Dein Hund im Mantrailing-Training lernen, dass zwischen den Elementen Geruch, Spur und Suche eine Verbindung besteht. Deswegen legst Du idealerweise anfangs auf einer zehn bis fünfzehn Meter langen Strecke mehrere Geruchsproben, die für ihn nicht sichtbar sind, und die er sich erschnuppern muss.

Erste Erfolge dabei und die dezente Unterstützung von fachkundigen Anleitern vergrößern sein Selbstbewusstsein und machen eine langwierigere Suche mit weniger direkten Hinweisen immer reizvoller.

Klare Signale für den Start und das Anzeigen der gefundenen Person

Dein Hund muss genau wissen, ab wann die Arbeit beginnt und wie er die gefundene Person am Ende der Suche zu melden hat. Das bedeutet: Klare Kommandos, die nicht im „Alltagsleben“ genutzt werden und eine eindeutige Form der Meldung der vermissten Person.

Ob er sich dafür setzt, hinlegt oder dezent bellt, bleibt Dir selbst überlassen. Das Anspringen der gefundenen Person als Finde-Signal zu nutzen, ist aber eher ungünstig, da viele Menschen tendenziell Angst vor sehr offensiven Hunden haben.

Danach freut er sich für eine direkte Belohnung über seine erfolgreiche Arbeit. Ob absolutes Lieblingsleckerli oder ein bisschen Toben mit dem Lieblingsspielzeug, alles ist erlaubt und möglich.

Übung macht den Meisterdetektiv

Sobald das Hund-Mensch-Team beim Mantrailing weiß, wo der Hase lang gelaufen ist, ist es reif für kompliziertere Fährten.

Das setzt aber voraus, dass der Umgang mit dem Geschirr und der Leine auf Zwei- wie auf Vierbeinerseite sitzt, und dass auch die Informationsweitergabe und das Auflösen der Situation zur allgemeinen Zufriedenheit sitzt.

Je schwieriger, desto besser?

Tendenziell trifft diese Aussage durchaus zu, wobei Dein Hund Erfolgserlebnisse logischerweise mehr zu schätzen weiß als eine regelmäßige Überforderung.

Sofern Dein Hund beim Mantrailing schon Erfahrung besitzt, darf es aber selbstredend auch komplizierter werden: Ältere Spuren, ein Suchgebiet, dass sich innerhalb eines Gebäudes befindet, viele verschieden starke Geruchsspuren, und und und …. gib der Langeweile keine Chance.

Rituale sind alles

Für Deinen felligen Liebling wird die Arbeit umso befriedigender sein, je genauer er weiß, was Du von ihm verlangst. Daher müssen bestimmte Abläufe immer nach dem gleichen Schema verlaufen:

Das An- und Ausziehen des Geschirrs signalisiert ihm den Beginn- und Endpunkt der Arbeit. Zudem sind auch die Kommandos beim Mantrailing immer identisch und werden nur beim Trailen benutzt. So ist er immer im Bilde und verwechselt das Mantrailing-Training und die dazugehörigen Aufgaben nicht mit anderen Sportarten, falls ihr noch andere betreibt.

Das Hund-Mensch-Team beim Mantrailing und der Spaß

Denke immer daran, dass das Wichtigste der Spaß an der Sache ist. Neben wirklich kniffeligen Aufgaben braucht Dein Vierbeiner ab und an auch das Gefühl, dass er eine Sache aus dem Stehgreif beherrscht. Anspruchsvollere und einfachere Trails sollten sich daher abwechseln, damit er motiviert bleibt und Dir umso lieber folgt. Oder Dich umso lieber begeistert mitreißt – je nachdem, wie Du es sehen willst!

Welches Zubehör benötigst Du für Deinen Hund beim Mantrailing?

Grundsätzlich brauchen weder Du noch Dein Hund unglaublich viel für das Mantrailing-Training mitzubringen.

In puncto Voraussetzungen sind es vor allem der Wille, sich über eine oder mehrere Stunden konzentriert einer Aufgabe zu widmen und sich nicht zu schnell ablenken zu lassen.

Davon abgesehen sollte eine gewisse körperliche Grundfitness für einen längeren Spaziergang bestehen – aber damit war es das im Prinzip auch schon, da Mantrailing sehr gnädig zu den Gelenken Deines Hundes ist.

Ähnlich übersichtlich sieht es mit dem tatsächlichen Zubehör aus, dass das Hund-Mensch-Team beim Mantrailing benutzen wird:

  • Eine Warnweste für Dich,
  • eine fünf bis zehn Meter lange Leine und ein gut sitzendes Brustgeschirr für Deinen Hund,
  • Leckerlis (Spielzeug und/oder Futter) und ausreichend Wasser sowie
  • zwei bis drei Duftproben wie T-Shirts o.ä. für die anderen Teams und ihre Hunde (luftdicht in Plastiktüten)

Schon kann der Spaß wie oben beschrieben losgehen!

Was sind die Vorteile und Nachteile des Mantrailings?

Nachteile

  • gibt es eigentlich keine, solange Du Deinen Hund und Dich nicht überforderst.
  • Es sei denn, Du fühlst Dich davon genervt, dass Dein Hund total auf das Mantrailing-Training anspringt und Dich mit seinem Arbeitswillen beeindrucken möchte. Wobei es wohl deutlich Schlimmeres geben könnte, oder? ;-) Die ...

Vorteile

… hingegen bilden schon eine deutlich längere Liste.

  • Extrem positiv zu erwähnen ist wohl, dass Du Deinen Hund gleichermaßen geistig wie körperlich auslastest.
  • Auch vertieft sich die Bindung zwischen ihm und Dir, da ihr lernt, euch aufeinander zu verlassen und die Stärken des anderen zu schätzen und in Szene zu setzen.
  • Zudem macht Mantrailing vorsichtige Vierbeiner mutiger und selbstbewusster und „bändigt“ zeitgleich sehr wuselige und leicht ablenkbare Hunde.
  • Last but not least ist diese Hundesportart ideal für Menschen und Tiere, die keine extremen körperlichen Belastungen schätzen, sich aber dennoch auspowern wollen.

Fazit

Einmal probiert und danach nie wieder davon losgekommen? Das klingt noch eher nach einem Hund beim Mantrailing als nach einem Menschen beim Chips essen.

In der Tat besitzt diese Freizeitbeschäftigung ein extrem hohes Suchtpotenzial. Aber da hier keine ernsthaft negativen Nebenwirkungen zu befürchten sind, spricht nichts dagegen, wenn Du mit Deinem vierbeinigen Freund eine nette Mantrailing-Gruppe besuchst.

Reiht euch einfach in die Gruppe der Fans dieser Sportart ein, lasst euch von kompetenten Mitmenschen und Hunden einführen und genießt eine der besten gemeinsamen Zeiten eures Lebens. Mantrailing macht's möglich.

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