Outdoorspiele mit Hund

09.06.2018

Spiele mit dem Hund im Freien erfreuen sich großer Beliebtheit, seitdem das Duo Mensch- Hund existiert. Kein Wunder, schließlich verbrachten die Menschen vor mehreren Tausend Jahren ihre Zeit noch deutlich mehr im Freien als heute. Und der Hund als treuer Begleiter und Helfer war natürlich beim Hüten und bei der Jagd immer mit von der Partie.

Ein guter Grund für Dich, ausgiebige und regelmäßige Abstecher mit Deinem Hund in die Natur zu machen. Denn Unterhaltung für Hund und Mensch wird hier reichlich geboten. Gleichzeitig vertieft es die Beziehung zwischen Besitzer(in) und Hund, wenn sie zusammen neue Abenteuer erleben und bestehen.

Welche Outdoorspiele mit Hund besonders viel Spaß bereiten? Und worauf Du beim Freiluftaufenthalt mit Deinem Hund achten solltest? Das erfährst Du jetzt!

Die passende Umgebung für Spiele im Freien mit Hund

Es erklärt sich wohl von selbst, dass ein 2 Meter breites Bodenstück neben einer viel befahrenen Landstraße nicht der richtige Ort für eine Spielstunde ist. Wenn Du wirklich sicher und unbefangen mit dem Hund draußen spielen möchtest, benötigst Du also zwei bis drei Dinge:

  • Deutlich mehr Platz, sodass Dein Vierbeiner auch eine größere Strecke am Stück Gas geben kann
  • Nach Möglichkeit eine Abgrenzung zu Straßen, gegebenenfalls sogar zu Wegen hin. Damit Dein Schätzchen nicht beim Spielen alles um sich herum vergisst und in den Verkehr läuft
  • Außerdem sollten es keine Tier- oder Naturschutzgebiete sein, in denen es Ärger mit den Naturschutzbehörden, Jägern oder anderen Zuständigen gibt

Abgesehen davon kann die ideale Umgebung für Dich und Deinen Hund ganz unterschiedlich aussehen. Spiele mit Hund im Freien funktionieren je nach Art in Deinem eigenen Garten genauso gut wie auf einer großen Hundewiese, der Trainingsfläche vom Hundeverein oder da, wo Du in Ruhe mit ihm spazieren gehst.

Womit wir schon bei den Anforderungen an Dich und Dein Fellbündel wären. Schließlich triffst Du mit ihm beim Draußen-Spielen auf andere Menschen und Tiere, die sich von Euch natürlich nicht gestört oder sogar bedroht fühlen dürfen.

Mit dem Hund draußen spielen – freundlich und souverän

Damit die Unterhaltung für Hund und Mensch möglichst groß ausfällt, ist es ungeheuer wichtig, dass niemand zu Schaden kommt. Was heißen soll: Dein Vierbeiner muss unbedingt auf Deine Kommandos hören und jederzeit von Dir zurückrufbar sein. Falls er dazu neigt, stiften zu gehen und nicht hundertprozentig auf Deine Zeichen zu reagieren, bieten sich nur solche Outdoor-Spiele mit Hund an, bei denen:

  • er entweder nur einen begrenzten Radius hat (beispielsweise durch eine Schleppleine) oder
  • er sich auf einem absolut ausbruchssicheren Terrain befindet.

Ähnliches gilt für den Fall, dass er nicht immer freundlich auf andere Hunde reagiert. Auch hier muss er jederzeit von Dir kontrolliert werden können. Unter Umständen bieten sich daher Orte zum Spielen und Toben an, die von anderen Hundebesitzern und ihren Fellbündeln nicht überlaufen sind.

Abgesehen davon ergibt es Sinn, die Spielstunde in Art, Dauer und Intensivität auf die Bedürfnisse Deines Hundes zuzuschneiden: Ein sechs Monate junger Welpe hat noch nicht die Muskel- und Knochenstruktur wie ein Fünfjähriger, der wiederum wahrscheinlich kräftiger und mobiler als ein zwölf Jahre altes Schätzchen ist.

Natürlich ist jeder Hund ein Unikat und man ist manchmal verblüfft, was manche Vierbeiner zu welchem Zeitpunkt ihres Lebens draufhaben. Dennoch sollten Spiele mit Hund im Freien eine Bereicherung sein und nicht aufgrund von Überforderung den Gang zum Tierarzt nach sich ziehen.

Und damit sind wir beim wichtigsten Aspekt des Blogartikels angekommen ...

Ab ins Grüne – welche Spiele bieten sich besonders an?

Zunächst einmal liegt auf der Hand, dass verschiedene Hunde verschiedene Vorlieben haben. Kein Unterschied zu Menschen also – denn während der eine mit Begeisterung 20 Kilometer joggt, möchte der andere nur 5 Kilometer laufen, dabei aber in jedes Mäuseloch schauen.

Aus diesem Grund lohnt sich ein Blick auf die Fähigkeiten, die Dein Vierbeiner vielleicht schon rassebedingt mitbringt. So sind vor allem Hütehunde wie Bordercollies recht spezielle Gesellen, die bei geistiger Unterforderung schnell auf dumme Ideen kommen. Mit der richtigen Aufgabe hingegen sind sie außerordentlich liebenswert und verträglich.

Also: Mach’ es Deinem Fellknäuel weder zu schwer noch zu einfach und steigere den Schwierigkeitsgrad im Laufe des Spiels ganz allmählich. So gehst Du sicher, dass Dein Hund begeistert am Ball bleibt und hinterher genauso glücklich und zufrieden ist, wie Du selbst.

Was Du mit ihm unternehmen könntest? Wie wäre es mit Apportier-, Such- oder Hütespielen?

APPORTIERSPIELE

Unter diesem Begriff fasse ich einfach einmal die Outdoorspiele mit Hund zusammen, bei denen es im weitesten Sinne um das Holen von bestimmten Gegenständen auf Kommando geht. Hoch im Kurs steht in dieser Hinsicht vor allem Discdogging, eine Sportart, bei der verschiedene Spielarten existieren:

  • Freestyle: Hier probst Du mit Deinem Hund eine zweiminütige Choreografie zu Musik ein, wobei er bis zu sieben Discs fangen muss

  • Mini Distance: Bei dieser Variante wirfst Du eine Minute lang so viele Discs wie möglich – je weiter, desto mehr Punkte bekommt Euer Team

  • Long Distance: Hier werden drei Discs geworfen; die am weitesten Geflogene zählt

Wie Du Dir vorstellen kannst, fordert Discdogging Dir und Deinem Flauschbündel einiges ab:

Du musst die richtige Wurftechnik und Geduld mitbringen – und Dein Hund wird geistig und körperlich beim Rennen, Springen und Einschätzen von Zeitpunkten, Entfernungen und Höhen gefordert. Aber natürlich funktionieren Apportierspiele zwecks Unterhaltung für Hund und Mensch auch weniger schnell.

Du kannst auch einfach ein Spielzeug nehmen, es werfen und Deinen Hund erst auf ein bestimmtes Kommando hin loslaufen und es apportieren lassen. Oder Du bist mit mehreren Personen unterwegs und Dein Hund muss es einer ganz bestimmten Person bringen, die Du ihm vorher ankündigst. Wie Du dieses Spiel im Einzelnen austüftelst und ob Du vielleicht sogar noch ein hundetaugliches Gewässer mit einbaust, bleibt dir überlassen.

Allerdings ist es hilfreich, wenn Du eine gewisse, geeignete Spielzeugauswahl von Zuhause mitnimmst und der Hund nur diese apportiert. Dadurch verringert sich die Gefahr, dass er sich beim Holen der Gegenstände für andere, gegebenenfalls gefährliche Dinge entscheidet.

SUCHSPIELE

Mit dem Hund draußen spielen ist für Dich ein wenig mühsam, weil sich Dein Schätzchen überhaupt nicht für Spielzeuge und das Apportieren interessiert? Dafür hat er/sie aber ein superfeines Näschen und entdeckt Deine Leckerli-Verstecke innerhalb von wenigen Minuten? Probiere es doch einmal mit einem Suchspiel: Dabei kann Dein Hund seinen feinen Geruchssinn nicht nur prima unter Beweis stellen, sondern ist gleichzeitig geistig und körperlich gefordert.

Ob Menschen oder Gegenstände suchen – all das ist beispielsweise beim Mantrailing möglich. Hier sucht er über längere Distanzen, teilweise sogar über Kilometer. Was bedeutet, dass auch Du früher oder später gut zu Fuß bist und lernst, ihm die notwendigen Hilfestellungen zu geben. Gut für die Konzentration, die Kondition und das Teamgefühl sind gemeinsame Suchspiele also allemal.

Zusätzlich oder alternativ kannst Du auch verschiedene Gegenstände mehr oder weniger weit entfernt verstecken und Deinen Hund dazu animieren, Dir einen ganz bestimmten zu holen. So hast Du das Ganze sogar geschmeidig und quasi nebenher in ein individuelles Kommando- und Apportiertraining verwandelt – ohne, dass es ihm direkt zu langweilig wird.

WEITERE SPIELE MIT HUND IM FREIEN GEFÄLLIG? - HÜTESPIELE

Bei Deinem Hund handelt es sich um einen Hütehund? Dann wird er das Hüten wohl im Blut haben – und entsprechende Outdoor-Spiele mit Hund sind naheliegend, um Deinen Liebling richtig auszulasten. Bevor es damit aber wirklich losgehen kann, muss der Grundgehorsam stimmen, damit der Hund bei aller Selbstorganisation und Selbstbestimmtheit immer noch weiß, wer letztlich das Sagen hat.

Immerhin gibt es kaum etwas Unangenehmeres als einen Vierbeiner, der seine Hüteaufgabe falsch interpretiert. Somit ist es sinnvoll, mit einem für das Hüten geeigneten Hund ein spezielles Training bei Profis zu buchen, damit der Hund wirklich positiv ausgelastet und Du vollkommen zufrieden bist. Doch dann kann das Hüten eine tolle Aufgabe für ihn sein und Unterhaltung für Hund und Mensch im großen Maße darstellen.

Was in Bezug auf mögliche Spielvarianten noch nicht erwähnt wurde, ...

... ist eine gefühlt gigantische Menge. Denn letztlich sind auch ein Bälle-Brett, eine Wühlkiste oder eine Knobelbox für Leckerli absolut outdoor-tauglich.

Es ist auch nicht so, als bedeute mit dem Hund draußen spielen einen stunden- und/oder kilometerlangen Angang. Eventuell entdeckt Dein Liebling auch einfach nur einen Schmetterling im Garten und versucht, ihn genauer unter die Lupe zu nehmen und turnt ihm dafür 5 Minuten hinterher. So betrachtet ist alles gut, was Du und Dein Hund positiv mit Eurer Umgebung und der von ihr gebotenen Möglichkeiten verbindet.

Kurz gesagt: Hauptsache, ihr habt Spaß am Zusammensein und an ein bisschen geistiger wie körperlicher Bewegung. Und dann findet sich das individuell richtige Spiel schon von selbst.

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