Stubenreine Welpen - so klappt es ganz entspannt

08.02.2020

Ein Welpe als Haustier ist eine der spannendsten und schönsten Herausforderungen, die man sich vorstellen kann. Klein, tapsig und offenherzig freut er sich darauf, die Welt zu erkunden und ein liebevolles und kompetentes Zuhause bei netten Menschen zu finden. 

Aber natürlich ist ein junger Hund nicht nur hübsch anzuschauen, sondern hat auch ganz natürliche Bedürfnisse. Klar, dass das, was gefressen wird, auch wieder nach draußen muss. Und logischerweise machen Hundeurin und Hundekot in der Wohnung oder dem Haus nicht wirklich Spaß.

Dementsprechend sollte Dein kleiner Liebling auf die Dauer stubenrein werden. Was mit Geduld, den richtigen Tricks und einer gewaltfreien Hundeerziehung auf mittel- bis langfristige Sicht auch kein Problem darstellen dürfte. Schließlich sind Hunde von Natur aus reinliche Tiere, die ihre Schlaf- und Ruheplätze sauber hinterlassen wollen. Welpen müssen dies aber erst lernen. Nicht, weil sie anders gestrickt sind – sondern weil ihre Körper das längere Anhalten von Urin und Kot erst trainieren müssen.

Werden Hunde von allein stubenrein?

Wie bereits angedeutet, können junge Hunde im Alter von wenigen Wochen ihre Blase und ihren Darm noch nicht länger als einige Sekunden, vielleicht auch wenige Minuten kontrollieren. Befinden sie sich also nicht in der Nähe der Lösestelle oder werden zügig dorthin gebracht, geht das Geschäft eben dahin, wo das kleine Fellbündel gerade ist.

Stubenreinheit ist für den Welpen im Alter von wenigen Wochen also absolut keine Willensfrage. Dementsprechend ist es folglich kein Erziehungsfehler, wenn manches nicht auf Anhieb funktioniert. Trotzdem klappt es mit der Sauberkeit in der Wohnung bei fast allen Hunden, wenn regelmäßig trainiert wird und Du als verantwortliche Person die Zeichen richtig deutest.

Diese fallen je nach Charakter des Vierbeiners jedoch recht unterschiedlich aus:

  • Im Kreis drehen
  • Zur Tür laufen
  • Winseln
  • Aufmerksamkeitserregende Blicke

Alles kann dabei sein. In der Konsequenz stellen Aufmerksamkeit und eine klare wie liebevolle Kommunikation den Schlüssel zum Erfolg und zur Stubenreinheit dar. Viele Hunde haben es dann mit gut 4 bis 5 Monaten heraus, dass die Geschäfte weitgehend problemlos draußen ablaufen. Vorausgesetzt, sie dürfen dafür wirklich nach draußen.

Wie oft muss ein Welpe vor die Tür?

Aller Anfang ist schwer. Wobei „schwer“ wahrscheinlich nicht der richtige Begriff ist – eher „zeitaufwendig“. Als Faustregel für gilt:

  • Bei jungen Hunden unter 3 Monaten: alle 1 ½ bis 2 Stunden
  • Welpen zwischen 3 und 4 Monate: alle 2 ½ bis 3 Stunden
  • Vierbeiner zwischen 5 und 6 Monate: alle 4 Stunden

Aber Achtung: Natürlich hat Dein kleiner Liebling seinen individuellen Rhythmus und alle Angaben sind nur Grundwerte. Abweichungen nach oben und unten sind durchaus möglich, wenn ein Hund stubenrein wird.

Außerdem darfst Du nicht vergessen, dass plötzliche Aufregung ebenfalls dazu beiträgt, dass er sich spontan lösen muss. Und natürlich gibt es die üblichen Aktivitäten wie das Wachwerden, das Fressen und/oder Trinken und das Spielen. Daher hat es noch keinem Hunde-Mensch-Team geschadet, lieber einmal mehr als zu wenig vor die Tür zu gehen.

Wie sieht ein gelungenes Training aus?

Aufmerksamkeit und Beständigkeit sind die wesentlichen Zutaten, wenn ein junger Hund stubenrein werden soll.

Wie schon angedeutet, solltest Du mit ihm regelmäßig nach draußen gehen (am besten spätestens 20 Minuten nach den im letzten Abschnitt genannten Aktivitäten) und ihm dort die Gelegenheit geben, sich zu lösen. Wenn er viel draußen ist, wird sich sicherlich fast von allein die passende Möglichkeit dafür finden. 

Wichtig ist nur, dass er dabei Ruhe hat und nicht vor lauter Ablenkung nichts absetzt. Auf diese Weise lernt er den Aufenthalt im Freien mit seiner Toilette zu verbinden und sich auch tatsächlich zu erleichtern. Anschließend (aber wirklich auch erst dann, wenn er Kot oder Urin abgesetzt hat) hat er sich ein Lob verdient.

Eine positive Verknüpfung von Außenwelt und Geschäft ist das Allerwichtigste

Dazu gehört, dass ein Spaziergang nach dem Lösen nicht einfach abgebrochen, sondern noch eine Weile fortgeführt wird. Auf diese Weise verbindet dein Welpe Stubenrein-Sein nämlich mit einem Freiluft-Prozess und nicht mit einer kurzen Situation, die sich auch zu Hause nachstellen lassen könnte.

So bereitest du deine Wohnung vor

Davon abgesehen bietet sogar Deine Wohnung Ansatzmöglichkeiten, die deinen Vierbeiner schneller stubenrein werden lassen und dir Arbeit sparen.

 
  • Eine Übernachtungsgelegenheit, die verhindert, dass er wegläuft und aus Bedarf Kot und Urin irgendwo im Haus absetzt. Der Grund dafür: Kein Hund mag einen verschmutzten Schlafplatz. Die Chance, dass sich Dein Jungspund meldet, weil er muss, steigt auf diese Weise also deutlich an.

  • Das Wegräumen von wertvollen Gegenständen, die nicht von Fäkalien getroffen werden sollen.

  • Eine gewisse Einschränkung des Bewegungsradius in der Wohnung. Hierbei geht es keineswegs darum, den Welpen irgendwo zu fixieren und sein Bewegungsbedürfnis einzuschränken. Allerdings hat so mancher Kinderlaufstall diversen Hundehaltern gute Dienste erwiesen, wenn sie ihre kleine Fellnase einmal für einige Minuten an Ort und Stelle gesichert wissen wollten, um z.B. kurz den Raum ohne ihn zu verlassen. Gleichzeitig geht in dieser Zeit dann auch an anderer Stelle nichts schief …

Was tun, wenn es einmal nicht funktioniert?

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und deswegen bist Du in guter Gesellschaft der Hundebesitzer, bei denen doch einmal etwas auf den Fliesen oder dem Teppich gelandet ist. Geh aber erst einmal immer davon aus, dass es keine Absicht Deines Welpen war, dass Urin und/oder Kot an einer falschen Stelle gelandet sind. Reinige die betroffene Stelle lieber kommentarlos und passe das nächste Mal besser auf sein Verhalten und seine Reaktionen auf.

Einen jungen Hund auszuschimpfen, seine Nase in seine Hinterlassenschaften zu drücken oder ihn sogar zu schlagen, bringt hingegen gar nichts. Erstens sollte eine gewaltfreie Hundeerziehung sowieso oberstes Gebot sein. Zweitens trägst du mit diesem Verhalten nur dazu bei, dass Dein Fellbündel das Vertrauen zu dir verliert, ängstlich wird und die Stubenreinheit tatsächlich zum Problem wird. Merkst Du hingegen, dass er sich in der Wohnung lösen will, sagst Du einfach bestimmt „Nein!“, bringst ihn nach draußen und lobst ihn, wenn es mit dem Geschäft draußen geklappt hat.

Allerdings gibt es auch Welpen, für die es aufgrund ihrer Ängstlichkeit recht schwierig ist, stubenrein zu werden: Hat Dein Welpe draußen zu viel Angst sein Geschäft zu verrichten? Dann hilft es oft ihm parallel eine Welpentoilette in die Wohnung zu stellen und entspannt draußen weiter zu üben. Wobei die Toilette in der Wohnung einen Spaziergang freilich weder ersetzen kann noch soll. Aber das ist ja auch genau das, worauf ihr euch beide freut, der Aufenthalt und das Toben an der frischen Luft!  

Teile Deine Gedanken mit uns