Zeckenschutz bei Hunden – Was ist zu beachten?

01.07.2018

Die Sonnenstrahlen werden immer wärmer - die Natur ist nun vollends aus ihrem Winterschlaf erwacht und lockt uns ins Freie. Es ist höchste Zeit, die Bikinis und Sommerklamotten nach der langen Winterpause auszupacken und sich einen schönen Tag am nächsten See oder einen ausgedehnten Waldspaziergang zu gönnen.

So schön der Sommer auch ist, gibt es einen Schatten, der sich jedes Jahr auf’s Neue über diese Jahreszeit legt – die Zecken. Gerade anfangs, wenn es richtig warm wird, schlüpfen sie aus ihren Verstecken und verbreiten Angst unter der Bevölkerung.

Während sich der Mensch durch das passende Schuhwerk und die richtige Kleidung vor den Zeckenüberfällen schützen kann, sieht die Sache bei unseren Vierbeinern ganz anders aus. Die Zecken spüren die Wärme ihrer Körper und hängen sich mit Leichtigkeit in ihr Fell, von wo sie problemlos an die unterschiedlichsten Bereiche des Hundekörpers gelangen.

Gerade die Pfoten, Ohren und die Achseln sind beliebte Ziele für Zecken und sollten nach jedem Spaziergang gründlich überprüft werden. An diesen Stellen können Zecken sich meist unbemerkt satt fressen, denn die Männchen brauchen hierfür mehrere Stunden und Weibchen sogar mehrere Tage! Doch es gibt auch gute Neuigkeiten – es existieren wirksame Mittel gegen Zecken, mit denen du deinen Vierbeiner schützen kannst! Welche dies sind, verraten wir dir in diesem Artikel!

Zeckenschutz – Gibt es das ultimative Mittel gegen Zecken?

Nach einem längeren Aufenthalt im Freien solltest du deinen Hund in jedem Fall auf Zecken untersuchen. Gerade an leicht zugänglichen Stellen, welche viel Wärme absondern, setzen sich die Zecken am liebsten fest.

Überprüfe also speziell folgende Körperstellen:

  • Die Pfoten (zwischen den Zehen)
  • Die Achseln
  • Die Ohren

Zecken bevorzugen Hunde und Hunderassen mit möglichst dichtem und langem Fell, um ungestört zu fressen. Dennoch ist es sehr wichtig, jeden Hund nach einem Spaziergang abzusuchen. Gerade bei Haushalten mit kleinen Kindern ist dies unumgänglich, denn sobald die Zecke vom Hund abgelassen hat, kann der Mensch ihr nächstes Opfer werden.

Leider gibt es nicht das eine, ultimative Mittel, welches zu 100 % vor Zecken schützt. Es gibt jedoch zahlreiche Empfehlungen von Hundebesitzern, die es durchaus wert sind, ausprobiert zu werden.

Natürlicher Zeckenschutz

Es gibt einige natürliche Methoden, welche vor Zecken schützen, wobei keine davon zu 100 % sicher ist. In Kombination bieten sie jedoch einen guten Schutz und stehen chemischen Mitteln in nichts nach. Falls eine Methode nicht funktionieren sollte, ist es noch lange kein Grund zum Verzweifeln – jeder Hund, wie auch jeder Mensch, springt auf andere Behandlungsmethoden an.

Sollte eine dieser Anwendungen bei deinem Hund also nicht den gewünschten Erfolg bringen, probiere einfach eine andere aus! Auch chemischer Zeckenschutz ist kein Allheilmittel und wirkt bei Hunden ebenfalls sehr unterschiedlich.

Kokosöl:

Viele Hundebesitzer schwören auf kaltgepresstes Bio-Kokosöl, welches Zecken durch den typischen Geruch fernhalten soll. Es wird dem Futter beigemischt und ins Fell des Hundes eingekämmt, um seine volle Wirkung zu entfalten.

Knoblauchgranulat:

Auch der Geruch von Knoblauch soll Zecken abwehren, weswegen von einigen empfohlen wird, Knoblauchgranulat ins Essen der Hunde zu geben, um einen Schutz vor Zecken zu erhalten.

Vorsicht: Bevor du deinem Hund Knoblauchpräparate gibst, solltest du mit deinem Tierarzt Rücksprache halten, denn Knoblauch ist in größeren Mengen giftig für Hunde!

Bernsteinketten:

Eine ebenfalls natürliche Methode, um deinen Liebling vor Zecken zu schützen, ist eine Bernsteinkette beziehungsweise ein Bernsteinhalsband. Dies soll durch den Geruch und die spezielle Ladung Zecken fernhalten, wobei der Bernstein ungeschliffen sein muss, um seine Kraft entfalten zu können.

Chemischer Zeckenschutz

Medizinisch gesehen, ist chemischer Zeckenschutz effektiver, allerdings belastet er aufgrund des enthaltenen Gifts auch massiv die Umwelt. Hierbei handelt es sich nämlich um Giftstoffe, die in einer für den Hund ungefährlichen Menge dazu benutzt werden, Zecken fernzuhalten. Allerdings genügt diese schwache Dosis für schwere Schäden bei anderen Tieren wie beispielsweise Bienen.

Wenn du deinen Hund mit chemischen Mitteln vor Zecken schützen möchtest, solltest du dir diese auf jeden Fall bei einem Tierarzt holen. Die frei verkäuflichen Mittel sind um einiges schwächer und damit auch weniger effektiv als vom Tierarzt verschriebene Mittel.

Vorsicht: Gerade bei der Benutzung von Zeckenhalsbändern und Spot Ons ist es wichtig, dass der Hund nicht in öffentliche Gewässer springt, da bereits diese geringe Giftmenge ausreicht, um einige Fische schlimmstenfalls zu töten.

Zeckenhalsband:

Ein Zeckenhalsband ist eines der bekanntesten und bequemsten Mittel zur Zeckenbekämpfung. Dieses Band wird zusätzlich zum eigentlichen Halsband angelegt und schützt mehrere Monate durch den spezifischen Geruch vor Zeckenbefall beim Hund.

Spot On:

Mittel, die auf die Haut des Hundes gesprüht werden, sollten nach ausgiebigem Wasserkontakt erneut benutzt werden, um die Wirksamkeit zu erhalten. Es ist wichtig, Spot Ons an Stellen zu benutzen, an welche der Hund nicht herankommt, da er das Gift sonst ableckt. Am besten eignet sich dabei der Nacken des Tieres.

Kapseln:

Alternativ kannst du deinem Hund Kapseln verabreichen lassen, welche ihn für ca. 3 Monate vor Zecken schützen. Diese Methode ist am schonendsten für die Umwelt, weswegen sie bei den chemischen Methoden zu bevorzugen sind.

Notfall - Wie entferne ich eine Zecke?

Da keines der oben genannten Zeckenmittel einen 100-prozentigen Schutz bietet, ist es wahrscheinlich, dass du früher oder später trotz größtmöglicher Vorsorge eine Zecke bei deinem Hund entdeckst. In diesem Fall ist es wichtig, die Zecke schnellstmöglich zu entfernen, da viele Krankheiten (bspw. Borreliose) erst nach mehreren Stunden des Saugens übertragen werden.

Um eine Zecke zu entfernen, gibt es auf dem Markt mehrere Hilfsmittel:

  • Die Zeckenzange
  • Die Zeckenkarte
  • Die Zeckenschlinge

Die Funktionsweise dieser Hilfsmittel ist stets gleich: Die Zecke wird lebendig aus der Haut herausgehebelt.

Wichtig: Es ist nicht notwendig, die Zecke zu drehen oder an ihr herumzudrücken – das ist sogar kontraproduktiv ebenso wie die Benutzung von Ölen und Lacken, welche die Zecke töten sollen. In diesem Fall ist es höchstwahrscheinlich, dass sich die Zecke in die Wunde übergibt und dadurch Krankheitserreger in erhöhter Konzentration auf den Wirt überträgt.

Daher ist es wichtig, die Zecke vorsichtig herauszuhebeln und danach zu töten, um einen erneuten Biss beziehungsweise Stich bei anderen Hunden oder Menschen zu verhindern.

Fazit: Zeckenschutz für Hunde

Hunde mit besonders langem und dichtem Fell werden von Zecken bevorzugt, da diese sich so besser verstecken und länger satt essen können. Dennoch ist es sehr wichtig, jeden Hund nach einem Aufenthalt im Freien nach Zecken abzusuchen, weil dadurch nicht nur die Ansteckung des Hundes, sondern auch die Ansteckung von anderen Familienmitgliedern verhindert werden kann.

Leider gibt es kein 100-prozentig wirksames Mittel gegen Zecken, dennoch einige chemische und natürliche Alternativen, die du bei deinem Vierbeiner ausprobieren solltest.

Wichtig: Beobachte nach der Entfernung einer Zecke die jeweilige Hautstelle. Sollte diese eine ungewöhnliche Rötung aufweisen oder sich entzünden, solltest du unbedingt einen Tierarzt aufsuchen.

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